Verkehr: Kommen wenigstens endlich einmal "die Linien"?

Vom Luftkurort zur Verkehrshölle: Das Totalversagen der Ötzer Verkehrspolitik machte innerhalb von wenigen Jahrzehnten aus dem einen das andere. Es krankt aber nicht nur im Großen, selbst im Kleinen wie beim Aufmalen von ein paar Linien geht überhaupt nichts weiter.

 

Es war so etwas wie die Bankrotterklärung der Ötzer Verkehrspolitik: Unlängst beklagte sich bei einer offiziellen Zusammenkunft doch glatt ein ranghoher Dorfpolitiker darüber, dass die Ötzer Eltern ihre Kinder nicht zu Fuß in die Schule und den Kindergarten schicken. Viel lieber würden sie mit dem Auto fahren.

 

Diese Geschichte ist erschreckend. Sie ist aber auch beschämend, weil sie zeigt, wie sehr die derzeitige Ötzer Politik fern jeglichen Gespürs für Lösungsansätze ist. Denn eigentlich, und darüber sind wir uns wohl einig, wäre unser Dorfpolitiker dafür verantwortlich, dass die Zustände schon lange so wären, dass unsere Kinder alleine in die Schule und Kindergarten gehen KÖNNTEN. Statt aber dafür die Grundlagen geschaffen zu haben, wird lieber den Eltern die Schuld für die Misere in die Schuhe geschoben. Dabei tun die eigentlich nur das, was besorgte Erziehungsberechtigte eben tun müssen, wenn die Gefährdung auf dem Weg in Schule und Kindergarten zu groß ist: Sie bringen ihre Schützlinge dorthin.

 

Die Vorgeschichte

 

Bereits vor vier Jahren haben wir hier darauf aufmerksam gemacht, dass bei dem Neubau der Straße zum Schulzentrum grobe Versäumnisse passiert sind. Damals war argumentiert worden, es brauche einen neuen Schulweg, weil der Platzleweg zu eng und zu gefährlich sei. Was wurde allerdings bei der Anlegung des neuen Weges gemacht? Es wurde wieder kein Gehsteig angelegt ...

 

Schilda ließ grüßen.

 

Dann kam letztes Jahr die Aktion "Familienfreundliche Gemeinde". Und natürlich sprachen sich auch bei der alle dafür aus, dass die Sicherheit auf den Schulwegen verbessert werden müsste.

 

Nicht weil dies unseren derzeitigen Politikern jetzt ein Anliegen gewesen wäre, sondern vielmehr, weil sie jetzt handeln mussten, sonst würde man die Auszeichnung "Familienfreundliche Gemeinde" nicht erhalten, versprach man, das, was wir ebenfalls bereits vor vier Jahren angeregt hatten, endlich in die Tat umzusetzen, und wenigstens ein paar Linien zur Kennzeichnung des Bereiches für Fußgänger aufzumalen.

 

Sogar im Gemeinderat wurde dies "ab Frühjahr 2019" hoch und heilig verlautbart:

 

 

Aus einem Gemeinderatsprotokoll, das offensichtlich nicht einmal das Papier wert ist auf dem es steht. Statt schon lange etwas zu tun, gibt es nur Ankündigungspolitik. Da verwundert es gar nicht, dass vom "Oberfeldweg" die Rede ist, obwohl man einen anderen meint.

 

 

Nun ist das Frühjahr längst vorbei. Getan wurde wieder einmal (natürlich) nichts. Und in weniger als einem Monat werden Schule und Kindergarten wieder begonnen haben. Deshalb fragen wir: Ist es wirklich eine solch große Herausforderung nach vier Jahren der Untätigkeit ein paar Linien auf einem Asphalt zustande zu bringen? Sind selbst solche Bodenmarkierungen zu viel verlangt, wenn man sich schon nicht um die wirklich großen Dinge des Ötzer Verkehrsdilemmas kümmert?

 

(alwo, 05.08.2019)

 

Ps. Einen „30er“ im Ortsgebiet hattet ihr, werte Gemeindepolitiker, auch einmal versprochen. Geht bei dem jetzt auch nichts weiter?

Und habt ihr vielleicht auch einmal darüber nachgedacht, ob man den Platzleweg zu einer "Fußgängerzone" für die Zeiträume vor und nach Schulbeginn/-ende machen könnte und den Weg zwischen Platzle- und Oberfeldweg (unten gelb markiert) "nur für Berechtigte" freigibt oder umgekehrt? Habt ihr für das Wohl der Ötzerinnen und Ötzer sowie deren Kinder nachgedacht? Wirklich? Wenigstens ein paar Minuten? Es schaut leider überhaupt nicht danach aus ...