"Ötzer" Kunsteisanlage?


Sicher, dynamoetz ist fetzgscheid. Weiß immer alles besser. Diesen Vorwurf könnte man dem 1. Ötzer Polit- und Satireblog machen. Was man ihm aber nicht vor werfen kann, ist der Umstand, dass er sich nicht gewissenhaft mit  Themen auseinandersetzt. Also, wie wäre das mit der geplanten Kunsteisanlage?

 

dynamoetz setzt sich auch mit solchen Ideen auseinander, von denen man auf den ersten Blick meinen möchte, sie sind purer Schwachsinn. Selbst über diese denkt die Ötzer Polit- & Satireplattform eifrig nach  und holt dazu auch Expertenmeinungen ein. Wie wäre das also mit der von der Gemeindeführung ins Gespräch gebrachten Idee einer Kunsteisanlage?

 

Thema "Kunsteis"

 

dynamoetz hat im Oberland jenen Mann ausfindig gemacht, der es wissen muss: Dietmar Büchel, ein gebürtiger Vorarlberger, kennt jeden Eislaufplatz im Westen Österreichs. Selbst Spieler in der Eishockey-Bundesliga und fünffacher Meister mit unterschiedlichen Vereinen (Ehrwald, Silz, Telfs, ... ) sowie Torschützenkönig und nun in Besitz der österreichischen Trainerlizenz und Head-Coach der Imster Scorpions, weiß, wovon er spricht. Hat er sich doch zuletzt auch intensiv deshalb mit Kunsteisanlagen beschäftigt. Unter anderem, weil er sich rund um diesen Bereich selbständig machen wird. dynamoetz fragte daher: Herr Büchel, wie sehen Sie die Sache mit einer möglichen Kunsteisanlage in Ötz?

 

Expertenaussage

 

Büchel: "Grundsätzlich muss man zwischen einer ,richtigen` Kunsteisanlage und einer, nennen wir sie einmal ,behelfsmäßigen` unterscheiden. Bei einer ,richtigen` wird schnell ausgeredet sein, weil die Investitionen in die Millionen gehen und es auch einen fixen Platz dafür braucht. " Ötz müsste somit klar sein, dass etwa der Zentrumsparkplatz jahresdurchgängig perdue wäre. Zum Vergleich: In Silz läuft derzeit die Diskussion, wann denn die mittlerweile 20 Jahre alte Anlage aufwändig saniert werden würde ... "

 

Büchel weiter: "Bei einer ,behelfsmäßigen Anlage` gibt es mobile Systeme mit Kunststoffplatten und dazu passenden Banden. Die Investitionskosten belaufen sich dabei für die Minimalvariante von gerade einmal 300 Quadratmetern auf mindestens 100.000 Euro, wobei die Lebensdauer lediglich mit 15 Jahren angegeben wird. Wir überlegen zwar in Imst eine derartige Anlage anschaffen, allerdings nur für gezielte Trainingszwecke und dies auch nur für die Halle! Im Freien kann eine derartige Kunststoffplattenanlage Natureis niemals ersetzen. Die Frage des Umweltschutzes stellt sich auch. Ötz ist von einer derartigen Investition im Freien eindeutig abzuraten, es wäre im Prinzip reine Sondermüllproduktion. Könnte man eine Halle bauen, wäre es vielleicht eine Denkvariante, wenn auch keine sinnvolle, weil kein Eishockeyverein dahinter steht."

 

Gibt es klarere Entscheidungshilfen?

 

Gibt es klarere Entscheidungshilfen? Wohl nicht! Mit dieser Expertenaussage ist wohl klar dokumentiert, welche, `tschuldigung, Schnapsidee die Idee unseres Bürgermeisters von einer Ötzer Kunsteisanlage wäre.

 

Es wird interessant zu beobachten sein, wie die Sache weiter behandelt wird.

 

Zu befürchten ist Folgendes:

 

a) Man rührt sich nicht und steckt generell den Kopf in den Sand.

b) Man wartet ohne etwas zu tun einfach den nächsten Winter ab, und zwar in der Hoffnung, dass sich die Lage von selbst entspannt. Nicht einmal die sich eigentlich wunderbar anbietende Natureisarena am Piburger See wird vermehrt genützt.

c) Schafft man es 2015/16 wieder nicht, einen Eislaufplatz zu installieren, gibt man danach dem "Wetter" die Schuld.

d) Im Frühjahr 2016 sagt man dann wieder, es sei ohnehin der Bau einer Kunsteisanlage für 2016/17 angedacht usw usf.

 

Alles schon mehrmals dagewesen, wobei die Tumpner in jedem Winter der letzten fünf Jahre einen Eislaufplatz hatten und wir nicht. Sagt, ist das eigentlich nicht beschämend für eine Gemeinde wie Ötz?

 

(best, 21.05.2015)


Weiterführend: Bericht über Diskussion in Silz über eine erneute Millioneninvestition in die Sanierung der bestehenden Kunsteisanlage -

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