Warum Dienstwohnungen statt einer Arztpraxis?

Warum werden am ehemaligen Tiwag-Areal Dienstwohnungen für Hotelangestellte gebaut und die für den Gemeindearzt höchst notwendige Arztpraxis ab 1. 7. 2020 ist nicht vorgesehen? Das passt doch überhaupt nicht zusammen.

 

Wenn man schon die Möglichkeit hat, einen guten Arzt für Ötz zu bekommen, so müsste dies vorrangig sein!

 

Rudolf Doblander, 6433 Habichen

(06.12.2019)


Bis das Tauen euch scheidet

 

Ich bin ein harmloser und gutmütiger Biologe im Ruhestand mit Pitztal–Bezug (geboren in Wenns, jetzt wohnhaft in Haiming, Vater aus Wenns und Mutter aus St. Leonhard), der sich vermehrt Sorgen um unser wunderschönes Land macht.

 

Wie annähernd 150 000 Unterzeichner der Petition gegen den Zusammenschluss Pitztal - Ötztal beweisen, scheine ich mit meinen Ängsten und Sorgen nicht alleine da zu stehen.

 

Außer Streit steht für mich, dass das Pitztal leicht belebt werden muss – allerdings in sanfter, nachhaltiger und umweltverträglicher Art und nicht mit roher, brachialer Gewalt wie mit dem Megaprojekt Gletscher-"Ehe"!

 

Vor allem schockiert mich das Bild in der Öffentlichkeit, das unsere Tourismus-Experten europaweit in den letzten Monaten hinterlassen haben. So musste ich in der neuesten Ausgabe des Monatsmagazins „Natur“ (die älteste deutschsprachige Zeitschrift, Erstausgabe 1904) zähneknirschend zur Kenntnis nehmen, dass der Geschäftsführer der Pitztaler Bergbahnen Eberhard Schultes bereits nach kurzer Amtszeit von diesem Magazin mit dem „Hammer des Monats“ ausgezeichnet wurde.

 

Diese mehr als fragwürdige Auszeichnung wird Monat für Monat an weltweit besonders umweltbelastende Projekte vergeben. Leider haben sie die Herausgeber vergessen, den Ehepartner der Gletscher-"Ehe", nämlich den Geschäftsführer der Ötztaler Bergbahnen, Jakob Falkner, mitauszuzeichnen, was ich hiermit nachholen möchte.

 

Aber wen wundert es, wenn Monat für Monat vermehrt mehr als irritierende Bilder in den Medien auftauchen. So z.B.ist mir als Biologe nicht bekannt, dass überdimensionierte Schaufelbagger, die die Gletscherspalten einebnen, zum natürlichen Inventar eines Gletschers zählen. Wenn dann zusätzlich "schwarz" agierende Sprengmeister im Bereich des Brunnenkogels ihr Unwesen treiben und weiße Schneebänder im Spätherbst (Kitzbühel und Resterhöhe bei Mittersill) die noch sattgrünen Almwiesen verunzieren – dann hängt das Bild endgültig schief.

 

Es wird nicht ausreichen, illegale Sprengarbeiten durch legale zu ersetzen und mit stolzgeschwellter Brust den allmächtigen Ehepartner zu spielen, um dieses desaströse Bild wieder gerade zu rücken.

 

Vielleicht wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, in sich zu gehen, eigene Fehler einzugestehen und zukünftige Projekte mit etwas mehr Demut gegenüber unseren Naturschönheiten zu verfolgen.

 

Vielleicht hat aber Woody Allen mit seiner ironischen Betrachtungsweise „die Ehe ist der Versuch, zu zweit mit Problemen fertig zu werden, die man alleine nie gehabt hätte“ ja doch recht.

 

Dabei haben wir die Problematik der großen Fragen leider gänzlich aus den Augen verloren, nämlich: Wieviel an Tourismus verträgt unser Land eigentlich noch? Wie verhindern wir den Verkehrskollaps und wie schränken wir den Ausverkauf unseres Landes durch Großinvestoren ein?

 

Ernst Gabl, 6425 Haiming

(04.12.2019)


Mehr Berücksichtigung der einheimischen Interessen

Liebe OetzerInnen und Leser von Dynamoetz,

 

seit Jahren verfolge ich mit Interesse das politische Geschehen im Ötztal und so bin auch ich bereits vor längerer Zeit auf diese Seite von Lebenswertes Ötz gestoßen. Respekt & Gratulation!

 

Ich finde es wichtig und gut, dass hier Informationen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Jedem interessierten sollten Informationen, die uns als Talbürger betreffen, gleichermaßen offen stehen. Und alle Gemeindebürger müssen auch in die wesentlichen Themen einbezogen werden. Dies scheint aufgrund dieser Initiative der Fall zu sein.

 

Speziell das Thema Verkehr ist in jüngster Vergangenheit das Thema schlechthin geworden, was aber realistisch betrachtet nicht erst seit gestern ein Thema sein sollte. Schlagworte wie E-Car-Sharing sind richtig, aber die Konzepte dahinter sollten öffentlich diskutiert werden. Erst aus klugen Konzepten kommen Ideen für Verbesserungen.

 

Wir müssen heute für morgen überlegen und dies darf bzw. muss unser Anspruch für alle Lösungsvarianten sein. Wir brauchen mehr Öffis und diese müssen dem Anspruch einer Region auf Ganzjahrestourismus ganze 12 Monate lang gerecht werden! So können auch die einheimischen Pendler davon profitieren. Wenn wir von der großen Politik immer die Trägheit anmahnen, dann sollten sich mit unseren Möglichkeiten im Tal hier so etwas sicher schneller klären lassen. Dazu möchte ich auch noch erwähnen, dass ich Öffi-Jahreskartenbesitzer und -Nutzer bin.

 

Gesamthaft möchte ich sagen, dass wir alle vom Tourismus profitieren. Dem Thema Verkehr und speziell den daraus resultierenden Nachteilen für die einheimische Bevölkerung muss allerdings mehr Aufmerksamkeit eingeräumt werden. Auch muss das Ganze ehrlicher und glaubwürdiger kommuniziert werden.

 

Allen Lesern noch eine schöne Vorweihnachtszeit und viele Grüße,

 

Alexander Reiter, 6433 Ötz

(03.12.2019)