Thema Verkehr: Wenn sich die Bevölkerung selbst hilft

 

Das haben unsere Dorfpolitiker jetzt davon! Weil sie jahrelang den Kopf in den Sand gesteckt und/oder absichtlich auf die Seite geschaut haben, hat sich die Bevölkerung selbst auf die Hinterfüße gestellt. So kam es zu kleineren Petitionen (Kühtaier- und südliche Hauptstraße), aber auch zu einer größeren, mit mittlerweile mehr als 600 Untertützern, die Mehrzahl aus Ötz.

 

Auch wurde unsere Gemeinde längst mit privaten Luftmessstellen bestückt, welche ihre Daten sogar ins Internet einspeisen. Somit ist Ötz mittlerweile zur diesbezüglich am besten dokumentierte Gemeinde des Landes geworden.

 

Folgendes Bildmaterial stammt von einer Exkursion der Messgruppe Lebenswertes Ötz zur amtlichen Messstelle in der Imster Au. Dort konnten wir aus dem Munde von wirklichen Experten allerhand Wissenswertes erfahren und unsere Geräte auch einem Eichtest unterziehen. So viel sei bereits verraten sie stimmen:

 

(LÖ, 21.11.2019)


Das Ötz(tal)er Verkehrsthema wird im Chaos enden

 

Martin Neururer fragt in untenstehendem Beitrag, wohin der Ötz(tal)er Verkehr noch führen wird. Die Antwort darauf ist klar: Ins Chaos! Der Grund dafür besteht darin, dass das Selbstregulierungsbewusstsein der Touristiker fehlt und die Politik, die für die Rahmenbedingungen sorgen sollte, keinen gestalterischen Zukunftswillen hat. Wie denn auch? Betet sie zum Großteil doch nur brav das nach, was die Touristiker wünschen und fordern.

 

Dazu ein Blick zurück in die Geschichte.

 

Es ist gerade einmal 100 Jahre her, da der Umhauser Unternehmer Karl Marberger anregte, man möge doch Bittschian im Winter den Fernpass offen halten. Zumindest für eine "Postfahrt". Nachzulesen in den Innsbrucker Nachrichten vom 24. März 1914 (Seite 17):

 

 

Der Rest der langen (Erfolgs-)Geschichte ist bekannt: Die Fernpassstrecke hat längst ganzjährig geöffnet und hat dazu beitragen, dass viel Wohlstand ins Land gekommen ist.

 

Allerdings ist es mit dem Verkehr wie mit dem Biertrinken. Auch das kann eine Weile recht nett sein, dann allerdings relativ schnell umschlagen. Und dann wird einem schlecht. So wie es den Menschen im Außerfern, im Gurgltal, in Obsteig und in Ötz ist, und zwar von dem vielen Verkehr.

 

Was rufen aber unsere Touristiker in den hinteren Tälern munter weiter? Das interessiert uns nicht, dass es euch schlecht geht! Wichtig sind nur wir und wir haben noch lange nicht genug: Wir brauchen mehr, mehr, mehr!

 

(best, 18.11.2019)


Dorf Ötz verkehrsmäßig mit Stadt Wien gleichauf

 

Die Stadt Wien hat im Jahr 2015 eine Straßenverkehrszählung in Auftrag gegeben. 

Die dort ermittelten Werte sind recht interessant für einen direkten Vergleich mit dem aktuellen Verkehrsaufkommen mit Ötz (Touristen-Dorf vs. Stadt).

 

In der Bundeshauptstadt schauen die JDTVs (Jahresdurchschnittlicher täglicher Verkehr) so aus. Beispiel, die bekannte Friedensbrücke:

 

 

Zst.Nr.: 214.W Friedensbrücke

JDTV [Kfz/24h Mo-So]

 

Ri Franz-Josefs.-Bhf. | 9733 |

Ri Wallensteinstraße | 5927 |

Gesamtquerschnitt | 15660 |

 

 

Ötz liegt an Werktagen mit seinen ca. 15.000 Kfz/24h fast gleich auf mit der Friedensbrücke.

 

An den An- u. Abreisetagen wird Ötz aber mit ca. 22.000 Kfz/24h belastet. Das entspricht in Wien etwa dem Verkehrsaufkommen "Rautenweg bei Ostbahn (nördliche Linie)" oder "Laxenburger Straße zw. Raxstraße und Oberlaaer Straße".

 

 

902.229 Rautenweg bei Ostbahn(nördliche Linie)

JDTV [Kfz/24h Mo-So]

 

Ri Breitenlee | 11538 |

Ri Leopoldau | 11131 |

Gesamtquerschnitt | 22669 |

 

 

902.230 Laxenburger Straße zw. Raxstraße und Oberlaaer Straße

JDTV [Kfz/24h Mo-So]

 

Ri stadtauswärts | 11884 |

Ri stadteinwärts | 10807 |

Gesamtquerschnitt | 22691 |

 

 

Weit haben wir es gebracht! Und: Wo soll das eigentlich noch hinführen?

 

(mane, 15.11.2019)


(Rück-)Blick auf Diskussionen um Schigebietserweiterungen

 

Neben Momentaufnahmen sind auch Rückblicke auf Geschehenes immer recht nett und aufschlussreich. So wie etwa auf die noch halbwegs frische Diskussion rund um die mögliche Erschließung eines neuen Gebietes auf den Feldringer Böden und am Schafjoch.

 

Bereits etwas weiter zurück reichen diese Aussagen des langjährigen Ötzer Vizebürger-meisters Alois Amprosi. Betrachtet man das Foto, dann scheint heute Sohn Michl seinem Vater grad wie aus dem Gesicht geschnitten. Und das sagte Vater Lois vor fast 30 Jahren:

 

 

Erst aus diesem Frühjahr stammt untenstehende Pressenotiz über BM Falkner. Der HJ meinte zu diesem Zeitpunkt (noch), es würde weitere "kanalisierte" Zusammenkünfte geben, damit Gemeindebürgern und Leuten, "die nicht direkt betroffen sind, keine Plattform geboten wird" ...

 

 

LH Günther Platter sah die ganze Sache dann ein wenig anders, und ließ auch andere mitreden, weil genau genommen halt viele betroffen sind, sei es über den Verkehr oder das Klima. Es gäbe auch noch genügend andere Gründe. Aber bereits nur aus dem ersten müssten die Beschwerden der verkehrsgeplagten Außerferner, der unter der Verkehrslast ächzenden Gurgltaler und der leidgeprüften Ötzer Berücksichtigung finden, wenn irgendwo in einem bekannten Hintertal ein neues Schigebiet entstehen soll.

 

Irgendwie kann es wirklich nicht sein, dass Projektwerber keck und trotzig behaupten, "wir lassen uns von niemandem dreinreden", gleichzeitig aber auch die transitgeplagte Bevölkerung auf der Anreisestrecke ihrer potentiell neuen Gäste mit der Aussage verhöhnen: "Das bissele Mehr (23 %) merkt ihr gar nicht mehr" ((c) Jack Falkner).

 

Damit machen die Projektanten nämlich ganz genau das, was sie (bei sich) selbst nicht wollen: Dass über andere bestimmt wird! Und diesen Widerspruch sollten eigentlich selbst Liftkaiser erkennen.

 

(best, 13.11.2019)

Zum Teilen:


Kritik an BB-"Radakteurin"  Schöpf reißt nicht ab

 

Die in der Vorwoche aufgeploppte Diskussion rund um Bezirksblätter-"Radakteurin" Petra Schöpf reißt nicht ab. Im Gegenteil: Zwischenzeitlich haben sich offensichtlich unzufriedene Leserinnen und Leser auch aus anderen Gemeinden gemeldet und ihre fachliche Kritik an der Arbeit dieser jungen Dame übermittelt:

 

 

Der Reihe nach: Leserbriefschreiber Daniela und Robert Plattner merken an, dass sie von Schöpf bereits zweimal eine Woche lang vertröstet worden seien, was die Veröffentlichung ihrer Stellungnahme (siehe Eintrag vom 05.10.2019 weiter unten) in den Bezirksblättern anbelange.

 

Die ganze "Verschieberei" ist aber natürlich kein Zufall. Schöpf hat Wichtigeres in ihrem Blatt unterzubringen. Ein kleiner, aktueller Auszug:

 

 

 

 

"Die auf dem Gletscher befindlichen Personen geben Aufschluss auf die Höhenverhältnisse."
(c) Petra Schöpf

 

Schöpf wird kommende Woche den Schrieb folgen lassen, dass der Leserbrief der Plattners nun "leider nicht mehr aktuell" sei. Dann ist auch diese Sache für sie erledigt. Der Rest der breiten Kritik an ihrem Wirken kann hingegen thematisch folgendermaßen zusammengefasst werden: 

 

  • "Transportiert ihre persönliche politische Einstellung, anstatt zumindest zu versuchen, unabhängig zu sein"
  • "Sagenhaft! Schreibt stets das, was einige Geldsäcke wollen / Stimme des Volkes ist ihr wurscht"
  • "Gefälligkeitsjournalistin für die Großen"
  • "Ist wohl wirklich sehr kurzsichtig, wenn sie den Verkehr in Ötz nicht bemerkt, wo sie jeden Tag durchfährt"
  • "Hat keine Ahnung von politischen Abläufen / versteht nicht einmal ansatzweise die Aufgabe einer Opposition und verunglimpft auf widerliche Arte und Weise alles, was nicht schwarz/türkis ist"
  • "Wäre zu Kaisers Zeiten gut aufgehoben gewesen"
  • "Leidet an ausgeprägter Obrigkeitshörigkeit"
  • "Regt mich schon länger auf"
  • "PR-Fritzin der Sölder Bergbahnen, die sich in der Redaktionstür geirrt hat"
  • "Bewirbt sich ganz offensichtlich Woche für Woche um Arbeit in einem ganz bestimmten Parteisekretariat"
  • "Das Einzige, was man von ihr lesen kann, sind die Zeltfestberichte"
  • "Hat die echt nicht den Weitblick, dass, wenn die Gletscher schmelzen, erst recht die Sprengerei der Felsen im neuen ,Gletscherschigebiet Ötztal-Pitztal´ losgeht? Bald wird der Steilhang am Rettenbachgletscher, wenn er ausgeapert ist, zerfetzt werden und eine künstliche Rampe aus Tausenden Tonnen zerbröseltem Gestein aufgeschoben werden müssen. Gleiches droht auf der anderen Seite. Wenn die Dame schon behauptet, einen Weitblick zu haben, dann soll sie auch eins und eins zusammenzählen"

 

Erreicht haben uns auch dieses Dokument und diese Notiz:

 

 

Schöpf & BM Falkner ein grandioses Duo! Er im Fernsehen: "Wir haben bis dato noch kein Verkehrsproblem in Ötz!" Sie daraufhin in der Zeitung: "Kein lauwarmes Geschwätz, Herr Dornauer (der sich traut, zu sagen, dass ein Problem besteht)!" "Mutige Visionen braucht es!" "HJ Falkner bringt frischen Wind in die Sache!" I hau mi o! Uanfoch lei grenzgenial!

 

 

Geschickt hat uns ein Leser auch diesen Brief, versehen mit dem Hinweis, dass er ihn zwar an die Bezirksblätter übermittelt habe, selbiger aber "natürlich" nicht veröffentlicht worden sei. So langsam verdichtet sich also einiges:

 

 

Die wahren Gründe für das Scheitern des Beirats "Zukunft"

 

Die im Artikel "Zukunft des Beirats noch offen" verwendete, fett gedruckte Teilüberschrift "Polemiker fehl am Platz" vom 4/5. September darf nach meiner Auffassung so nicht kommentarlos zu Kenntnis genommen werden!

 

Ich finde es ausgesprochen unfair, im Zusammenhang mit dem Scheitern des Beirats Bernhard Stecher ins Spiel zu bringen, zumal er bei den letzten beiden Sitzungen verhindert gewesen war und von Alexander Wolf vertreten wurde.

 

Vielleicht sollte man auch einmal hinterfragen, von welchen Personen der Anlass zur Satire auf der Website dynamoetz.at eigentlich ausgegangen ist (dazu würden mir schlagartig ein paar Namen einfallen).

 

Der Beirat ist aus meiner Sicht deshalb gescheitert, weil er die eigenen ausformulierten Ziele der 1. Sitzung immer mehr aus den Augen verloren hat. Außerdem wurde es verabsäumt, einen unabhängigen Wirtschafts- und Ökologie-Experten für ein Referat zu gewinnen!

 

In einer der nächsten Sitzungen hätten wir ja einmal über die Akzeptanz der Bevölkerung zu einem Zusammenschluss inkl. einer Befragung in den betroffenen Gemeinden und auch über die Bedeutung und die Auswirkungen von Investoren-Modellen auf die zukünftige Preisgestaltung von Grundstücken diskutieren können. Aber nein, lieber reden die Touristiker und Seilbahner weiterhin über die Erschließung und den Zusammenschluss über die Feldringer Böden und das Schafjoch.

 

Ötz und Kühtai brauchen keinen Zusammenschluss, sondern vermehrt Alleinstellungsmerkmale, Verbesserungen in den bestehenden Gebieten und kreative sowie innovative Ideen, um den status quo halten zu können!

 

Ernst Gabl, Mitglied im Beirat Zukunft

6425 Haiming

 

(08.11.2019)


Nicht einverstanden mit der BB-Berichterstattung

 

Mehrere negative Reaktionen hat die letztwöchige Berichterstattung der Imster Bezirksblätter über den 1. Ötzer Mobilitätsabend hervorgerufen. Kritikpunkte waren die geschönten und nicht der Realität entsprechenden Verkehrszahlen sowie vor allem dieser Kommentar mit der provokanten Überschrift "Das Mitspracherecht als Bürgerpflicht":

 

 

Stellvertretend aus den zahlreichen Reaktionen dieser Leserbrief:

 

Für uns, die wir an der Oetzer Hauptstraße wohnen, stellen einige Aussagen in den Berichten zur „Mobilitätsstrategie 2030“ nichts anderes als eine extreme Verniedlichung des Problems dar!

 

Fakt ist, dass vom Oetzer Verkehrsproblem Betroffene viele Jahre vergeblich versucht haben, wenigstens ein Problembewusstsein bei der Gemeindeführung zu erreichen, wenn schon nicht eine offene Diskussion. So hat BM Falkner noch vor nicht einmal einem Jahr in einem ORF-Interview gemeint, in Oetz gebe es kein Verkehrsproblem! Jetzt also davon zu sprechen, dass das Mitspracherecht, das man sich hart erkämpfen musste, eine Bürgerpflicht sei, ist daher ganz eindeutig eine Herabwürdigung der leidgeprüften Bevölkerung, zumal bei der Veranstaltung auf eine offene Diskussion kein Wert gelegt wurde. Es mag zwar sein, dass das Aufschreiben von Problemen bzw. Ideen, nach neuesten kommunikativ-pädagogischen Erkenntnissen richtig ist, der Vorteil gegenüber einer offen geführten Diskussion ist für uns „einfache Geister“ jedoch nicht nachvollziehbar. Es erweckt vielmehr den Eindruck, dass die, von uns gewählten Verantwortlichen Angst haben, den Bürgern Rede und Antwort zu stehen.

 

Ergänzend möchten wir anfügen, dass die jetzt so großartig proklamierte Mobilitätsstrategie sicherlich noch immer nicht zustande gekommen wäre, wenn nicht der Gletscherzusammenschluss Ötztal-Pitztal anstünde! Der hierdurch zu befürchtende Verkehrszuwachs wird Oetz endgültig in eine erstarrende Stauortschaft verwandeln.

 

Warum unsere Touristiker unserem Oetz neuerdings jene fragwürdige Auszeichnung einer „familienfreundlichen Gemeinde“ verpassen möchten, erschließt sich uns angesichts der enormen Verkehrsbelastung auch nicht. Fahrradfahren wird zur Mutprobe und das Überqueren der Fahrbahn zur Geduldsprobe!

 

Wäre es nicht Aufgabe unserer Gemeindeführung, eine gesunde Balance zwischen den Interessen der einheimischen Bevölkerung und jenen der Touristikern zu finden? Inwieweit die hochgelobte „Mobilitätsstrategie 2030“ dazu geeignet ist, wird sich weisen.

 

Robert und Daniela Plattner, 6433 Oetz

(05.10.2019)


Fehlende Tischdecken und Statements sind nun zu sehen!

"Elternhaltestelle" – So wie dieses Symbolbild zu den Gedanken der Mobilitätsstrategie sind nun auch alle Tischdecken auf der Gemeindehomepage zu sehen.
"Elternhaltestelle" – So wie dieses Symbolbild zu den Gedanken der Mobilitätsstrategie sind nun auch alle Tischdecken auf der Gemeindehomepage zu sehen.

Die fehlenden drei Tischdecken und die in der 1. Version noch nicht aufgelisteten Statements sind nun auch auf der Homepage der Gemeinde zu sehen! "Es hat sich dabei um einen Irrtum gehandelt", versichert Moderatorin Marion Amort. Ein Fehler, den sie sich nicht erklären könne.

 

"Sollte jetzt noch jemand das Gefühl haben, seine/ihre Meldung würde fehlen oder sei falsch abgetippt worden (manchmal schwer leserlich), kann er/sie diese per Mail gerne nachreichen."

 

Wir danken für die überaus rasche Korrektur und freuen uns auf einen weiteren fairen Ablauf.

 

(best, 04.11.2019)


Wird bei der Mobilität wirklich mit offenen Karten gespielt?

 

Versprochen wurde den Ötzerinnen und Ötzern ein "ehrlicher Dialog". "Ergebnisoffen" sollte er sein und ohne Tricksereien. Das haben uns die Verantwortlichen der

Mobilitätsstrategie 2030 so in Aussicht gestellt.

 

Ausschauen tut es allerdings nicht danach. Denn bei uns haben sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Abends in Ötz gemeldet und erklärt, ihre Tischdecke sei bei der Dokumentation auf der Gemeindehomepage entweder gar nicht oder nur ausschnittsweise widergegeben. Auch seien die Zusammenfassungen von den Zetteln nicht vollständig bzw. sogar sinnverkehrt aufgelistet. Die BI Lebenswertes Ötz fordert daher die Verantwortlichen auf,

  • alle Tischdecken zu veröffentlichen,
  • und zwar als Gesamtes und nicht nur ausschnittsweise. (Dies kann höchstens zusätzlich als Ergänzung gemacht werden.) Außerdem sind die schriftlichen Aufzeichnungen zu ergänzen bzw. richtigzustellen.

Man wird also in Bälde sehen, wie sehr man den eingangs erwähnten Versprechungen der Verantwortlichen der Mobilitätsstrategie 2030 trauen kann. Leise Zweifel bestehen leider bereits. 

 

(LÖ, 03.11.2019)


Gesehen zu Allerheiligen/Allerseelen 2019 am Ebele.

 

(best, 31.10.2019)


Wo bleibt eigentlich der schon lange angekündigte 30-er?

 

Es ist nun auch schon wieder eine Weile her, dass für unser Gemeindegebiet eine 30-er Beschränkung angekündigt wurde. Wurde sie wieder abgeblasen? Oder still und heimlich eingeführt? Man weiß es nicht, weil es schlicht und ergreifend keinen Informationsfluss gibt. Was man allerdings weiß, ist, dass der 30-er bereits in den 1970er-Jahren Bestand hatte, wie untenstehender Ausschnitt aus einem Prozessionsfoto zeigt. Damals blühte noch der Fremden-, und nicht der Autoverkehr:

 

 

(best, 29.10.2019)


"Unterlagen werden sicherlich zeitnah online gestellt!"

Prozessmoderatorin Marion Amort verspricht schnelle Bürgerinformation. Foto: mazl-consulting.com
Prozessmoderatorin Marion Amort verspricht schnelle Bürgerinformation. Foto: mazl-consulting.com

Die Ötzer Bürgerinnen und Bürger werden das Protokoll und die Fotos vom 1. Mobilitätsabend (17.10.2019) im Saal E(t)z wie versprochen (rasch) zu Gesicht bekommen. Das bekräftigt Mobilitäts-Moderatorin Marion Amort und verweist darauf, dass die Dokumente auf der Gemeinde-Hp (www.oetz.tirol.gv.at) zu sehen sein werden. Sie sei normal schneller, aber es sei viel Material und sie sei eine Woche lang ständig unterwegs gewesen. "Also bitte noch kurz Geduld." Auch habe sie bereits bei der zuständigen Agentur und bei Andreas Knapp urgiert, dass die versprochene, eigene Prozess-Homepage schnell realisiert würde. "Ich habe solche Dinge lieber gestern als morgen", stellt Amort künftig eine schnellere Information in Aussicht. (best, 25.10.2019)

 


Gedanken zur 1. Sitzung im Rahmen der Mobilität

Beim 1. Bürgerabend konnten Tischdecken beschrieben werden. Das, was draufgeschrieben wurde, sollte nun zeitnah allen zugänglich gemacht werden.
Beim 1. Bürgerabend konnten Tischdecken beschrieben werden. Das, was draufgeschrieben wurde, sollte nun zeitnah allen zugänglich gemacht werden.

 

Ein Kommentar von Alexander Wolf

 

Gegen Ende seiner dritten Amtsperiode entdeckt BM Falkner plötzlich seine Bürgernähe. Während jahrzehntelang von Gemeindeseite aus nicht mit den Ötzerinnen und Ötzern kommuniziert wurde, etwa mittels der per Gesetz vorgeschriebenen Bürgerversammlungen, gab es heuer gleich zwei Bürgerbeteiligungsverfahren. Über die Gründe kann nur spekuliert werden. Hoffentlich ist es wirklich der Wunsch, endlich auch in Ötz moderne Strukturen einziehen zu lassen und nicht nur ein Vorwand, um etwa Liftprojekten einen günstigeren Wind zu verleihen.

 

Das erste Bürgerbeteiligungsverfahren betraf jedenfalls tatsächlich den möglichen Schigebietszusammenschluss über die Feldringer Böden. Dass dieser in den Sand gesetzt wurde, ist eine negative Begleiterscheinung. Grund dafür war eine zu überzogene Erwartungshaltung, der die Initiatoren in keinster Weise gerecht werden konnten. Allerdings war es zumindest den Versuch wert und nun ist man halt um die Erkenntnis reicher, dass es nicht genügt, sich berieseln zu lassen sowie hochtrabende und damit unerreichbare Ziele auszugeben.

 

Nun startete das zweite Bürgerforum. Und auch dieses begann nach dem Geschmack vieler erneut mit einer Hinhaltetaktik. Da wurden wie in einem Jungscharlager Stifte aufgelegt und jede(r) durfte einige Sachen aufschreiben. Wir von LÖ sehen darin zwar keinen optimalen Start, allerdings auch keinen großen Beinbruch. Sollten nämlich die Anliegen der Ötzerinnen und Ötzer jetzt nicht in dunklen Kanälen verschwinden, so wird sich der Wunsch nach einer Veränderung der Ist-Situation nur noch mehr manifestieren. Dementsprechend regen wir im Sinne eines offenen Prozesses an, zeitnah alle Fotos der beschriebenen Tischdecken zu veröffentlichen. Dies sollte technisch ein Leichtes sein.

 

Allerdings werden die Initiatoren und Moderatoren beim nächsten Mal wirklich gefordert sein, die Bevölkerung zu Wort kommen zu lassen (siehe Notiz rechte Randspalte vom 19.10.2019). Es wird in gemeinsamer Abstimmung wichtig sein, festzulegen, über welche Punkte man reden will, Meilensteine des Prozesses zu definieren und sich selbst Regeln zu geben. Weiter nur abschließende Worte bei einer abschließenden Zusammenfassung sprechen zu können, oder jetzt gleich zu diskutieren, ob ein Radlständer hier oder dort aufgestellt sein sollte, wird auf Dauer viel zu wenig sein bzw. am Kern der Sache vorbei gehen. Womit wir bei der Moderatorin angelangt sind, die offensichtlich Probleme mit dem Verständnis des Begriffes Evaluierung hatte. Wir hoffen, das war kein schlechtes Omen.

 

Sehr interessant waren die Ausführungen des Referenten Helmut Köll, der die Daten des Landes so interpretierte, wie wir dies seit Jahren ebenfalls tun. Hier gibt es kein Wenn und Aber, sondern die reinen Fakten, die eine mehr als deutliche Sprache sprechen. Bemerkenswert waren Kölls Aussagen, wonach man sich im Ötztal bei der Benützung der Öffis bereits im Spitzenfeld aller Planungsverbände befindet. Auch sei die Mitfahr-Moral bereits relativ hoch und der Anteil der Gäste gering, die selbst mit dem Auto zum Tagesschifahren unterwegs sind. Dass man sich beim "extrem hohen Durchgangsverkehr in Ötz" etwas überlegen müsse, deckte sich auch mit unseren Einschätzungen, kurzum: Der gute Mann, weiß wovon er spricht. Dementsprechend schüttelte Hr. Köll auch nur ungläubig den Kopf, als er im Anschluss an die Veranstaltung mit der Aussage konfrontiert wurde, die Macher der Mobilitätsstudie wollten bis 2030 den Verkehr im Ötztal um 30 % reduzieren. Kölls Ausführungen untermauern, dass bei den Einheimischen wohl nicht die großen Einsparungspotentiale zu erzielen sind. Wenn hier ein paar Prozent herausgequetscht werden können, dann ist alles beisammen   und die hemmen im besten Fall für wenige Jahre den automatischen Zuwachs, der laut Aussagen des Landes bis 2030 bei +30 % liegen würde.

 

Womit wir bei jenem Mann angelangt sind, aus dessen Mund die unrealistischen 30 % ursprünglich gekommen sind: bei Andreas Knapp. Ihn wird unser Bürgermeister noch hundert Mal als "Verkehrsexperten" bezeichnen können, der ehemalige Mitarbeiter des VVT, zuständig für das Erstellen von Fahrplänen, wird dies aber auch zumindest einmal durch einen fundierten Auftritt beweisen müssen. Zwar verstieg er sich diesmal nicht wieder zu dem 30 %-Sager, und er versuchte auch nicht erneut, die Einheimischen als Sündenböcke des Verkehrsproblems darzustellen, allein die alte Leier von E-Mobilität, Carsharing, versperrbare Radboxen usw. ließen erneut den Verdacht einer kompletten Themenverfehlung aufkommen. Zumal seine Patentrezepte nach wie vor aus einem Konzept irgendeiner Großstadt stammen und auch nicht durch das Auffetten mit ein paar Sprichwörtern an Glanz gewinnen.

 

Die nächste Sitzungsrunde wird also bereits weisen, in welche Richtung es weiter gehen wird. Wir werden die Sache im Sinne der leidgeplagten Ötzerinnen und Ötzer mit regem Interesse verfolgen. Drüberfahren war jedenfalls früher.

 

Alexander Wolf

Verkehrsreferent LÖ

(19.10.2019)