Endet am 28. August endlich die Zockerei um Feldring?

Die Zockerei um Feldring wurde vor 20 Jahren eröffnet. Nun sollen die Nachfolger der damaligen Protagonisten der Natur (und jenen, die sie lieben) das Noggele anhängen. Ob ihnen dies gelingt, wird sich unter anderem im Beirat am 28. August entscheiden.
Die Zockerei um Feldring wurde vor 20 Jahren eröffnet. Nun sollen die Nachfolger der damaligen Protagonisten der Natur (und jenen, die sie lieben) das Noggele anhängen. Ob ihnen dies gelingt, wird sich unter anderem im Beirat am 28. August entscheiden.

 

Es ist schon bezeichnend, wenn eine derartig ernste Sache, wie sie die radikale Umgestaltung einer herrlichen Naturlandschaft darstellt, als "Spiel" abgetan wird. Aber so sind sie offensichtlich, unsere ehemaligen und unsere aktuellen Ötzer Politiker.

 

Hier einer Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse. 1. Abschnitt: Wie alles begann. Wie das "Spiel" um die "schitechnische Verbindung Hochötz-Kühtai über die Feldringer Böden" gestartet wurde. Aus der lokalen Presse von damals:

 

2001 wollte Jochl Grießer mit LH Weingartner um Feldring watten. Ob der Altbürgermeister jemals Karten in der Hand hatte, ist nicht überliefert. Wohl aber, dass er im zarten Alter von 70 fragen musste, wie denn eigentlich eine Mausefalle funktioniere.
2001 wollte Jochl Grießer mit LH Weingartner um Feldring watten. Ob der Altbürgermeister jemals Karten in der Hand hatte, ist nicht überliefert. Wohl aber, dass er im zarten Alter von 70 fragen musste, wie denn eigentlich eine Mausefalle funktioniere.

 

2. Abschnitt, die detailliert aufgeschlüsselten aktuellen Ereignisse: Nach dem Scheitern des Projektes im Jahr 2001 nahmen die Nachfolger von "Meisterwatter" Jochl Grießer (Ötzer Bürgerliste) vergangenes Jahr das Blatt wieder in die Hand. Ihr Glück versuchten sie freilich auf dieselbe Art und Weise. Hier die Chronologie des Zinkens, Bluffens, Schwindelns, des Tricksen & Täuschens:

  • Geplant wird Feldring/Schafjoch heimlich in der Kammer und ungeniert auf fremden Gemeindegebieten. Motto: Klotzen, nicht kleckern. Kostet ja auch nichts. Es ist ja auch nicht unsere Natur, die wir verschandeln. Sondern die der Nachbarn.
  • Der geheime Lift-Verbindungsplan ist wirklich so etwas von geheim, dass selbst der Geschäftsführer der Bergbahn, Andreas Perberschlager, nichts davon weiß: Er sagt daher, sicher im guten Glauben, in einem Zeitungsinterview: "Es gibt kein Projekt!"
  • Präsentation in Mötz: Auf die Frage, ob es bei "Feldring/Schafjoch" auch einen Speicherteich, ein Bergrestaurant, Garagen und ähnliches brauchen werde, beteuert Bürgermeister Falkner, das könne man "jetzt noch nicht sagen". Dazu seien die Pläne "zu frisch". Das Thema "Verkehr" müsse man sich "später anschauen". Wohl am besten, wenn das Projekt gebaut ist.
  • ÖVP-Tourismussprecher Mario Gerber, zufällig auch Hotelier in Kühtai ("Das hier ist ein verschlafenes Schifahrerdorf"), berichtet bei dieser Veranstaltung, er habe Nachwuchs bekommen. Und dieser sollte später auch einmal wirtschaften können und müssen.
Auf seinen Homepages, wie hier jener vom Mooshaus, bezeichnet Gerber Kühtai als "Winterwonderland" mit "höchstgelegenen Infinity-Pool der Alpen. Zum Genießen des atemberaubenden Ausblickes auf die Skipisten und umliegende tiefverschneite Bergkulisse."
Auf seinen Homepages, wie hier jener vom Mooshaus, bezeichnet Gerber Kühtai als "Winterwonderland" mit "höchstgelegenen Infinity-Pool der Alpen. Zum Genießen des atemberaubenden Ausblickes auf die Skipisten und umliegende tiefverschneite Bergkulisse."

 

  • "Sommerbetrieb ist bei ,Feldring/Schafjoch´ keiner geplant", versichert HJ Falkner in Mötz. Man wolle lediglich den Ganzjahrestourismus fördern.
  • Weil sich neben der Veranstaltung in Mötz auch eine in Silz zu einer wahren Jubelorgie pro Feldring/Schafjoch entwickelt, wird in Innsbruck zusätzlich eine "Charmeoffensive" gestartet. Dort "glänzen" HJ Falkner ("Investoren könnten die Standortgemeinden sein") und sein kongenialer Kühtaier Pendant Mario Gerber ("Einzige sinnvolle Verbindung im Lande"/"In Kühtai gab es seit 60 Jahren keine Erweiterung") mit Fachwissen und plausiblen Erklärungen.
  • Im Ötzer Gemeinderat wird ein durch und durch selbstloser Beschluss herbeigeführt. Im Sinne der Umliegergemeinden. Zur Abwechslung fällt die Abstimmung sogar einmal einstimmig aus.
Ganz unerwartet fällt die Abstimmung im Ötzer Gemeinderat einstimmig aus. Die Tagesordnung ist ordentlich erstellt, Befangenheitsmomente werden sorgfältig beachtet und das Thema wird eingehendst diskutiert. Drüberhudeln ist dem ausgewogenen Gremium fremd.
Ganz unerwartet fällt die Abstimmung im Ötzer Gemeinderat einstimmig aus. Die Tagesordnung ist ordentlich erstellt, Befangenheitsmomente werden sorgfältig beachtet und das Thema wird eingehendst diskutiert. Drüberhudeln ist dem ausgewogenen Gremium fremd.

 

  • Befangen ist bei dem Beschluss niemand. Sollte die BH später schreiben, zumindest der Betriebsleiter der Bergbahnen sei befangen gewesen, tut man so, als sei niemand in der Lage, den Schrieb sinnerfassend lesen zu können.
  • Als daraufhin die Presse nachfragt, ob man in der Ötzer Gemeindestube wirklich nicht lesen könne, sagt der Vize.-Bgm. und Betriebsleiter der Bergbahnen, er habe bei seinem Freund, Tennis- und Kartenpartner sowie dem Amtsleiter in Personalunion nachgefragt und all diese hätten gemeint, er sei nicht befangen.

 

  • Einen eigenen GR-Tagesordnungspunkt für das 60 Millionen Euro teure Projekt (oder mehr, wen kümmert´s?) zu erstellen, erachtete man im Vorfeld der Gemeinderatssitzung als überflüssig. Wozu denn auch? Sind doch nur Peanuts! Viel lieber nützt man die Gelegenheit, das 65 Hektar große Feldring/Schafjoch bei der Umwidmung von 2.000 Qudratmetern für die Balbachabfahrt mitzubeschließen. Zunächst wird aber eingehend sowie kritisch diskutiert. Wird das Projekt aus allen Lagen beleuchtet. Aus Gründen der Meinungsvielfalt redet die dafür aufgewendete Viertelstunde ausschließlich der Bürgermeister.
  • Bürgerliste-Ersatzgemeinderat und Schischulbesitzer Gebhard Auer, Schwager des Bergbahnen-Betriebsleiters und Vizebürgermeisters Mathias Speckle (Bürgerliste), Schwager des Schigebietsplaners Alexander Speckle (ILF) und Schwiegersohn des Hochötz-Beraters Hans Speckle, beteuert bei dieser Politkomödie treuherzig, er sehe den Plan, ganz, ganz-ganz ehrlich zum ersten Mal. Und er könne beim besten Willen keine Naturbeeinträchtigung erkennen.
  • Das neue Ötzer Vorzeigeprojekt ("Das brauchen wir, damit sich die Investorenmodelle rechnen und die Investorenmodelle brauchen wir, damit sich der Lift rechnet") ruft bei der Bevölkerung, auch im weiteren Umkreis, immer größere Begeisterungsstürme hervor. Dazu trägt auch der TVB-Ortsobmann "Hase" Haslwanter bei, der in beruhigender Weise von 3.000 neuen Gästebetten spricht. Insgesamt werden sich an die 18.000 Menschen für Feldring/Schafjoch und die damit verbundenen Vorhaben begeistern.
  • Diesen Schwung mitnehmend, fällt dem Ötzer Gemeinderat (14/15 Bürgerliste) ein, nun könne man doch durchaus auch einmal jene Gemeinden informieren und fragen, auf deren Grund man das neue Schigebiet bauen möchte. Das macht man doch auch, wenn man z. B. im Nachbarhaus eine Wohnung für sich einrichtet. Nicht, dass man es müsste, aber halt der Höflichkeit halber.
  • Das von vorne bis hinten durchdachte Ötzer Projekt ruft auch in den Gemeinderäten der Nachbargemeinden wahre Begeisterungsstürme hervor.
  • "Hase" Haslwanter verkündet im TVB-Ortsausschuss, dass mit den 3.000 Gästebetten keine neuen gemeint seien, sondern die Gesamtanzahl. Weil dies aber niemand erfahren soll, die Stimmung im Ort sollte weiterhin brodeln, bleibt diese Meldung intern.
  • Beflügelt durch all die positiven Resonanzen kommt den Projektwerbern in den Sinn, man könne ja darüber hinaus sogar einmal auch mit den Ötzerinnen und Ötzern reden, und sie fragen, was die denn eigentlich von solchen Plänen halten. Und dabei nicht nur Wirtschaftstreibende und Touristiker um sich scharen. Warum denn auch? Gerade, weil ein derartiger Dialog mit der Bevölkerung seit Jahrzehnten geradzu die Kernkompetenz der Bürgerliste ist.
  • Die Pläne sind jetzt offensichtlich "trocken": HJ Falkner sagt bei der Veranstaltung im Saal E(t)z, natürlich werde es einen Speicherteich, ein Bergrestaurant, Garagen und ähnliches brauchen. Diese Erkenntnisse seien jüngst ganz überraschend zutage getreten. Eine Auswirkung auf die Investitionssumme habe dies aber nicht. Und die Finanzierung sei grundsätzlich überhaupt kein Problem.
  • "Meisterwatter" Jochl Grießer gibt den Einpeitscher. Er pusht rhetorisch gekonnt die Massen. Leider vergisst er dabei zu erwähnen, dass er es war, dem wir eigentlich den Lift zu verdanken haben. Für seine selbstlose Art gehört ihm einmal irgendwo ein Denkmal aufgestellt.
Grießer bei der Vorstellung von Neo-Feldring/Schafjoch vor überhaupt nicht ausgesuchten Geladenen im Ötzer Gemeindesaal. Der selbsternannte "Meisterwatter" vergisst bei dieser Gelegenheit, auf seine großen Verdienste in der Vergangenheit hinzuweisen.
Grießer bei der Vorstellung von Neo-Feldring/Schafjoch vor überhaupt nicht ausgesuchten Geladenen im Ötzer Gemeindesaal. Der selbsternannte "Meisterwatter" vergisst bei dieser Gelegenheit, auf seine großen Verdienste in der Vergangenheit hinzuweisen.

 

  • HJ Falkner kann bei dieser Veranstaltung den Einwand eines Gastes ("Will ich von Ötz nach Kühtai und retour, brauche ich drei Stunden und muss 10 mal umsteigen") locker entkräften ("Es sind nur 9 mal. Das haben wir uns sehr genau angeschaut. Hähähhäää").
  • In Zeiten klammer Gemeindekassen werde man bei "Feldring/Schafjoch" niemals auf die Gemeinden zurückkommen können. So etwas sei geradezu undenkbar. Das sagt HJ Falkner.
  • Um seinen Worten auch sonst Nachdruck zu verleihen, verfasst Grießer einen Leserbrief an die lokalen Medien. Als vermeintlichen Urheber schiebt er den Sautner Helli Hackl in dessen Funktion als Obmann des Ötzer Wirtschaftsbundes vor. Der Inhalt verrät dann aber doch den wahren Absender: Zu schreiben, "nachdenken wird wohl erlaubt sein", und das, wenn ein Projekt bereits eingereicht ist, das kann nur einem einfallen.
  • Den genialen Schachzuges unseres langjährigen Ötzer Ghostwriters durchschaut auch ein Kühtaier Hotelier und Befürworter des Liftzusammenschlusses. Er spricht in einem Fernseh-Interview davon, dass das Projekt Feldring/Schajoch "sehr schlecht kommuniziert wurde". Das war nicht nett. Grießer gehört zumindest einmal ein Stein aufgestellt.
  • Im selben Fernsehbeitrag erklärt HJ Falkner ganz treuherzig und bis zuletzt mit festem Blick in die Kamera: " ... , nein, ein Lift zerstört keine Natur!"

 

"Ich bin zu 100% überzeugt, dass dies der einzig richtige Schritt für die Zukunft ist.

Wir zerstören keine Natur.

Nein, ein Lift zerstört keine Natur!"

 

(ORF, Thema, 11.03.2019)

 

  • Der Beirat Zukunft wird ins Leben gerufen. In diesem Dialog sprechen sich die Projektwerber dafür aus, nicht nur einen Liftneubau im Auge zu haben, niemals und ganz ehrlich (großes Indianer-Ehrenwort!), sondern auch gleich für eine nachhaltige und umweltverträgliche Entwicklung der gesamten Region sorgen zu wollen. Geht ja in einem Aufwasch! Dazu müssen die Projektwerber auch nur dauernd das wiederholen, was sie in der Vergangenheit doch alles so Tolles geleistet hätten. Ganz selten weisen sie, und falls wirklich, dann nur ganz dezent darauf hin, dass es sonst Im Ort keinen Handwerker, keinen Arzt mehr gäbe. Und wohl auch bald die Schulen geschlossen werden müssten. Nach 33 Jahren endlich einmal eine neue Argumentation.
  • Aufgrund dieses uneigennützigen Verhaltens der Projektwerber gestaltet sich der Beirat Zukunft, der "ergebnisoffen" sein und "bei ,Null´ beginnen" hätte sollen, zu einem vollen Erfolg.
  • HJ Falkner in der ersten Beiratssitzung auf die Anregung, man solle als vertrauensbildenden Start als allererstes das Projekt Feldring/Schafjoch zu Grabe tragen und damit wirklich bei null beginnen: "Das kommt nicht in Frage!"
Aus einem Gemeinderatsprotokoll.
Aus einem Gemeinderatsprotokoll.

 

  • In jeder weiteren Sitzung wird seitens der Projektwerber mindestens einmal davon geredet, dass es unbedingt "den lifttechnischen Zusammenschluss" braucht.
  • Nicht zuletzt ob dieser Aussagen hat die Bevölkerung endgültig Vertrauen zu den Projektwerbern gefasst und so quillt das Forum der Homepage des Beirates, in das jede(r) schreiben kann, über.
  • Als es darum geht, selbst Vorschläge zu bringen, rezitieren die Projektwerber alte Vorhaben und packen für die Zukunft ein paar von jenen aus, die man vorher bei anderen kritisiert hat.
  • Mario Gerber, mittlerweile zum Wirtschaftsbundobmann von Innsbruck-Stadt aufgestiegen, lässt die Presse Anfang August wissen, er habe in dem "verschlafenen Schifahrerdorf" gerade das 5. Hotel gekauft. Bei drei Kindern bedeutet dies einen Schnitt von 1,67 Hotels/Sprössling. Rein rechnerisch würde also ein 6. Hotel durchaus Sinn machen. Seine Mitarbeiter ganzjährig zu beschäftigen würde ihn allerdings in den Ruin treiben. Sagt Gerber. Endlich versteht man, warum Feldring/Schafjoch für keinen Sommerbetrieb ausgelegt war.
  • Beirat vom 28. August:

    ?

 

Wie endet jetzt nun das "Spiel"? Das ist die spannende Frage.

 

Die Ötzer Fasnachtler, bei denen bezeichnenderweise auch ein Gemeinderat federführend mitgearbeitet hat, einer, der das Seine zum einstimmigen Beschluss beigetragen hat, haben sich bereits vor Monaten Gedanken über einen möglichen Ausgang gemacht. Ihre Lösung schaut so aus:

 

Die Ötzer Gemeindepolitik und das Zocken um Feldring/Schafjoch war bereits Zielscheibe der heurigen Fasnacht. Machen die Projektwerber weiter wie bisher, könnte dies für weitere humoreske Einlagen sorgen..
Die Ötzer Gemeindepolitik und das Zocken um Feldring/Schafjoch war bereits Zielscheibe der heurigen Fasnacht. Machen die Projektwerber weiter wie bisher, könnte dies für weitere humoreske Einlagen sorgen..

 

Irgendwie wäre es verwunderlich, wenn die Projektwerber im Beirat vom 28. August nicht ihr mittlerweile gewohntes Spiel weiterführen würden. Eigentlich könnte man im Grund genommen sogar davon ausgehen. Wieso sollte sich auch nach zwei Jahrzehnten derselben Masche auch plötzlich etwas ändern?

 

Und trotzdem werden sich die Projektwerber überlegen müssen, ob ihnen ihre bisherig-unsaubere Spielstrategie weiterhin hilfreich sein wird. Denn machen sie so weiter wie bisher, wird der Beirat platzen. Und damit hätten sie endgültig dokumentiert, dass auch dieses, von oberer Instanz ins Leben gerufene Gremium eigentlich nur reine Augenauswischerei war. Das wäre dann ein weiterer Meilenstein in der bereits jetzt schon langen "Erfolgsgeschichte" von Feldring/Schajoch.

 

 

Lassen wir uns also überraschen, wie weit unsere "Meisterzocker" am 28. August gehen werden. Ganz so "aufgelegt" ist ihr "Spiel" jedenfalls doch nicht. Beharren sie auf Feldring/Schafjoch, sind die "starken Eigeninteressen" als "eigentliche Triebfeder des Engagements" offengelegt. "In so einem Fall zählt kein Argument und ist kein Kompromiss zu erringen." Dann ist der Beirat Geschichte. Und damit kann man eigentlich nicht "anschreiben", denn das ist beileibe kein Ruhmesblatt. Vor allem auch deshalb, weil die Beobachter der Szenerie rund um Landeshauptmann Günther Platter sehen würden, dass bei unseren heimischen "Zockern" nicht ein Funke von Läuterung vorhanden ist.

 

Also: Wie schaut es aus, liebe Tipplbrüder von der Bürgerliste- & Projektwerberfront? Wie ist es, werte Nachfolger von Meisterwatter Jochl Grießer? Wäre es nicht an der Zeit, das alte, abgekartete Spiel einzustellen? Sollte man die gezinkten Karten nicht endgültig beiseite legen? Und stattdessen neue, ehrlichere Wege des Miteinanders mit den Ötzerinnen und Ötzern sowie der Bevölkerung im weiteren Umkreis beschreiten?

 

Falls ja, falls ihr, werte Projektwerber, Feldring/Schafjoch am 28. August offiziell für beendet erklärt und wirklich eigene Ideen für nachhaltige & umweltschonende Maßnahmen präsentiert, sind auch wir von Lebenswertes Ötz weiterhin gerne mit dabei. Andernfalls müsst ihr euch eingestehen, letztlich auch den Beirat "verzockt" zu haben.

 

In zehn Tagen wissen wir mehr.

 

(adme, 18.08.2019)

 

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Frage an die Ötzerinnen und Ötzer: Verkehr, was meint ihr?

 

Werte Ötzerin, werter Ötzer, liebe Leserin dieser Seite, lieber Leser!

 

Ich darf mich kurz vorstellen: Mein Name ist Alexander Wolf, ich bin 49 Jahre alt, Ötzer, verheiratet, habe ein Kind und beschäftige mich bereits des Längeren mit dem Thema Verkehr. Beruflich bin ich als Leiter der TSSU, der TIROLER STRASSE-SCHIENE-Umschlaggmbh, tätig, also auch mit der Mobilität befasst. Wer mein Antlitz nicht kennt, ich schaue so aus:

 

 

Warum ihr heute mein Gesicht seht, hat einen Grund und zwar möchte ich euch gerne etwas fragen.

 

Die Geschichte ist die: Einerseits sieht man, dass Petitionen wie die gegen "Feldring/Schafjoch" (von Gerd Estermann) oder die von Lebenswertes Ötz zur "Verbesserung der Verkehrssituation an der Kühtaier- und Hauptstraße am südlichen Ortsausgang" (von Bernhard Stecher) durchaus etwas bringen. Andererseits sind sie natürlich mit einigem Aufwand und sicherlich auch mit einigem Ärger verbunden. Kurzum: So eine Sache muss es einem auch wert sein und sie sollte für viele von Nutzen sein, nicht nur für einen persönlich.

 

Selbst ringe ich derzeit mit mir und dem Gedanken, mich noch mehr als bisher der Aufgabe "Verkehr in Ötz" zu widmen. Dazu sind die Nachrichten, die ich momentan erhalte, zu beunruhigend. Dies vor allem auch, wenn man sich die Geschichte der Ötzer Verkehrsdiskussion ein wenig genauer anschaut. Gerade alte Unterlagen sind da sehr aufschlussreich. 

 

25 Jahre alte Aufzeichnungen vermitteln gut ein Bild der (Fehl-)Entwicklung in Sachen Ötzer und Ötztaler Verkehr.
25 Jahre alte Aufzeichnungen vermitteln gut ein Bild der (Fehl-)Entwicklung in Sachen Ötzer und Ötztaler Verkehr.

 

Bereits im Jahr 1994 hat es im Ötztal eine Verkehrsgruppe gegeben mit dem heute bekannten Sölder Blogger Markus Wilhelm und von Ötzer Seite mit Katrin Amprosi, Theo Wilhelm und Siegfried Seelos. Die Tiroler Tageszeitung titelte "Vorderötztaler wehren sich gegen die Blechlawine Richtung Sölden".

 

Heute, ein Vierteljahrhundert später, fragt man sich endgültig, wie es weitergehen soll. Und genau das ist jetzt auch der springende Punkt, denn bereits in den alten Studien ist schwarz auf weiß zu lesen:

 

 

 

Vor 25 Jahren bereits erkannt: Der Tourismus macht den meisten Verkehr, die Tourismusbranche wäre demnach am meisten gefordert. Heute sollen jedoch die Einheimischen Schuld in der Misere sein!

 

 

Weil viele Jahre untätig oder aktuell mit schlechtem Gewissen versehen, präsentieren uns unsere Macher heute Studien, die zeigen sollen wie "hausgemacht" der Verkehr ist ("Masterplan"). Wir Einheimischen sollten also Schuld an der Misere sind.

 

  • Was meint ihr: Ist das eine ehrliche Herangehensweise? Sollen wir uns so etwas gefallen lassen? Weiter still sein und sehenden Auges ins Verderben rennen?
  • Macht es Sinn, sich vermehrt für die Ötzer Belange in Sachen Verkehr einzusetzen?
  • Kann man überhaupt etwas ändern?
  • Sind wir nicht endgültig an einem Punkt angelangt, der bereits genügend Belastung mit sich bringt? Können wir noch mehr ,schlucken´?
  • Braucht es vielleicht ein mutigeres Auftreten gegen die Begehrlichkeiten aus dem Hintertal?

 

Auf diese und ähnliche Fragen hätte ich gerne eure Meinung gehört, kurzum, mich würde interessieren, wie ihr das Thema Verkehr in Ötz oder im Ötztal seht.

 

Ich bitte um eure Meinung und um eine kurze Zuschrift per Mail unter alex@dynamoetz.at

 

Eure Zuschriften werden weder namentlich noch anonymisiert veröffentlicht. Dafür garantiere ich. Sie dienen ausschließlich meiner persönlichen Meinungsbildung und bleiben unter Verschluss. Dafür, dass ihr euch einige Minuten Zeit nehmt, bedanke ich mich bereits im Voraus recht herzlich.

 

Bitte schreibt mir, wenn euch das Verkehrsthema ebenfalls am Herzen liegt! Danke!

 

Euer Alexander Wolf

Ötz, 12.08.2019


Was uns beim Thema Verkehr so alles vorgeplauscht wird

 

Sie reden gerade so, wie sie es brauchen. Und braucht es einmal eine Studie, auch kein Problem: Dann bestellt man sich halt eine. Blöd ist nur, wenn die eine dann genau das Gegenteil von dem erzählt, was man vorher selbst groß in die Welt hinausposaunt hat.

 

Ein Beispiel:
Verkehrsaufkommen in Ötz im Jahr 2030. Die unlängst präsentierte, grandiose "Mobilitätsstudie" ("Masterplan") verspricht uns eine Verkehrsreduktion von 30 % innerhalb von zehn Jahren. (Klicken zum Vergrößern!)

 

 

 

 

(Kronen Zeitung, 19.06.2019)

 

 

Wahr ist vielmehr, wie wir alle wissen, dass der Verkehr nicht abnehmen, sondern zunehmen wird: Das Land Tirol spricht in seinen Prognosen davon, dass wir 2030 um 30 Prozent mehr Verkehr haben werden als heute. Sogar die "Verkehrsstudie" für den geplanten Gletscherzusammenschluss Ötztal-Pitztal gibt in den bislang noch geheimen Einreichunterlagen Folgendes zu:

 

 

 

In der "Nullvariante", also wenn die Gletscherehe nicht (!) käme, hätten wir in Ötz im Jahr 2030 um 23 % mehr Verkehr als 2016. Das wäre dann zwar um 7 % weniger als dies das Land voraussagt, aber immerhin. (Siehe dazu auch die rechte Randspalte!)

 

Zwischen einer vorgegaukelten Reduktion von 30 % und einer Zunahme um 30 % (23 %), hat eine Menge platz: Das ist ein Riesenunterschied von 60 %, mit dem man da jongliert. Und dabei haben beide "Studien" dieselben Auftraggeber, nämlich die Bergbahnen! Der Unterschied: Das erste Mal will man die Bevölkerung ruhig stellen, einlulln. Deshalb verspricht man eine Verringerung des Verkehrs um satte 30 %. Wohlweislich, dass dies illusorisch ist. Das andere Mal kommt man nicht umhin, zumindest halbwegs die Realität abzubilden (+ 23 %). Dazu gesteht man schwarz auf weiß ein, dass das "äußere Ötztal im Ist-Zustand über der Anwendungsgrenze liegt". Oder genauer, dass dies bereits im Jahr 2016 längst der Fall war, weil die bestehende Kapazität lediglich auf 10.000 KFZ/d ausgelegt ist:

 

 

 

(JDTV = "Jährlich durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke“, das ist jene Gesamtverkehrsmenge, welche an einem definierten Querschnitt einer Straße als Tagesdurchschnitt eines ganzen Jahres errechnet wird; "Tagesdurchschnitt")

 

Es braucht also gar kein neues Schigebiet, dass Ötz überlastet ist. Dezidiert wird in den Einreichunterlagen für die Gletscherehe Ötztal-Pitztal auch angeführt, wer der Hauptverursacher der "Spitzentage" ist: Natürlich "der Reiseverkehr der Urlauber, der sich mit dem Schifahrerverkehr in Richtung Schigebiet überlagert." Das ist genau das, was wir schon lange wussten. Aber hier steht es wenigstens, während die neue "Mobilitätsstudie", dieser hintertückische "Masterplan", uns weismachen will, dass der Verkehr "hausgemacht ist" und zu 58 % von den Einheimischen verursacht wird.

 

Auch in der "Spitzenstunde", also im Maximalverkehr, haben wir in Ötz "bereits im Ist-Zustand" längst "die schlechteste Qualitätsstufe ,F´erreicht":

 

 

 

 

Weiters sprechen die Projektwerber von Ötztal-Pitztal in ihren eigenen Unterlagen davon, dass sie sich durch den Gletscherzusammenschluss 15 % mehr Gäste als bisher erwarten. Welche Auswirkungen das auf das ohnehin bereits überlastete Ötzer Verkehrsgeschehen hat, kann sich jede(r) selbst ausmalen.

 

Bleibt die Frage, wie lange wir Ötzerinnen und Ötzer uns noch ein derartiges Drüberfahren und Verarschen gefallen lassen? Sind wir im Tal eigentlich bereits zu Menschen zweiter Klasse geworden, die unter tatkräftiger Mithilfe und dem Wegschauen der eigenen Dorfregierung (14/15 Bürgerliste) einfach alles über uns ergehen lassen müssen?

 

(alwo, 08.08.2019)


Verkehr: Kommen wenigstens endlich einmal "die Linien"?

Vom Luftkurort zur Verkehrshölle: Das Totalversagen der Ötzer Verkehrspolitik machte innerhalb von wenigen Jahrzehnten aus dem einen das andere. Es krankt aber nicht nur im Großen, selbst im Kleinen wie beim Aufmalen von ein paar Linien geht überhaupt nichts weiter.

 

Es war so etwas wie die Bankrotterklärung der Ötzer Verkehrspolitik: Unlängst beklagte sich bei einer offiziellen Zusammenkunft doch glatt ein ranghoher Dorfpolitiker darüber, dass die Ötzer Eltern ihre Kinder nicht zu Fuß in die Schule und den Kindergarten schicken. Viel lieber würden sie mit dem Auto fahren.

 

Diese Geschichte ist erschreckend. Sie ist aber auch beschämend, weil sie zeigt, wie sehr die derzeitige Ötzer Politik fern jeglichen Gespürs für Lösungsansätze ist. Denn eigentlich, und darüber sind wir uns wohl einig, wäre unser Dorfpolitiker dafür verantwortlich, dass die Zustände schon lange so wären, dass unsere Kinder alleine in die Schule und Kindergarten gehen KÖNNTEN. Statt aber dafür die Grundlagen geschaffen zu haben, wird lieber den Eltern die Schuld für die Misere in die Schuhe geschoben. Dabei tun die eigentlich nur das, was besorgte Erziehungsberechtigte eben tun müssen, wenn die Gefährdung auf dem Weg in Schule und Kindergarten zu groß ist: Sie bringen ihre Schützlinge dorthin.

 

Die Vorgeschichte

 

Bereits vor vier Jahren haben wir hier darauf aufmerksam gemacht, dass bei dem Neubau der Straße zum Schulzentrum grobe Versäumnisse passiert sind. Damals war argumentiert worden, es brauche einen neuen Schulweg, weil der Platzleweg zu eng und zu gefährlich sei. Was wurde allerdings bei der Anlegung des neuen Weges gemacht? Es wurde wieder kein Gehsteig angelegt ...

 

Schilda ließ grüßen.

 

Dann kam letztes Jahr die Aktion "Familienfreundliche Gemeinde". Und natürlich sprachen sich auch bei der alle dafür aus, dass die Sicherheit auf den Schulwegen verbessert werden müsste.

 

Nicht weil dies unseren derzeitigen Politikern jetzt ein Anliegen gewesen wäre, sondern vielmehr, weil sie jetzt handeln mussten, sonst würde man die Auszeichnung "Familienfreundliche Gemeinde" nicht erhalten, versprach man, das, was wir ebenfalls bereits vor vier Jahren angeregt hatten, endlich in die Tat umzusetzen, und wenigstens ein paar Linien zur Kennzeichnung des Bereiches für Fußgänger aufzumalen.

 

Sogar im Gemeinderat wurde dies "ab Frühjahr 2019" hoch und heilig verlautbart:

 

 

Aus einem Gemeinderatsprotokoll, das offensichtlich nicht einmal das Papier wert ist auf dem es steht. Statt schon lange etwas zu tun, gibt es nur Ankündigungspolitik. Da verwundert es gar nicht, dass vom "Oberfeldweg" die Rede ist, obwohl man einen anderen meint.

 

 

Nun ist das Frühjahr längst vorbei. Getan wurde wieder einmal (natürlich) nichts. Und in weniger als einem Monat werden Schule und Kindergarten wieder begonnen haben. Deshalb fragen wir: Ist es wirklich eine solch große Herausforderung nach vier Jahren der Untätigkeit ein paar Linien auf einem Asphalt zustande zu bringen? Sind selbst solche Bodenmarkierungen zu viel verlangt, wenn man sich schon nicht um die wirklich großen Dinge des Ötzer Verkehrsdilemmas kümmert?

 

(alwo, 05.08.2019)

 

Ps. Einen „30er“ im Ortsgebiet hattet ihr, werte Gemeindepolitiker, auch einmal versprochen. Geht bei dem jetzt auch nichts weiter?

Und habt ihr vielleicht auch einmal darüber nachgedacht, ob man den Platzleweg zu einer "Fußgängerzone" für die Zeiträume vor und nach Schulbeginn/-ende machen könnte und den Weg zwischen Platzle- und Oberfeldweg (unten gelb markiert) "nur für Berechtigte" freigibt oder umgekehrt? Habt ihr für das Wohl der Ötzerinnen und Ötzer sowie deren Kinder nachgedacht? Wirklich? Wenigstens ein paar Minuten? Es schaut leider überhaupt nicht danach aus ...

 


Neues Logo für Hochötz: Wenn´s laaft, dann laaft´s!

Bisher hat es so ausgesehen. Fast hätte man sich an die falsche Schreibweise von Hochötz gewöhnt gehabt. Nun sind neue Zeiten angebrochen.
Bisher hat es so ausgesehen. Fast hätte man sich an die falsche Schreibweise von Hochötz gewöhnt gehabt. Nun sind neue Zeiten angebrochen.

 

Hochötz hat unlängst ein neues Logo erhalten. Dieses sieht jetzt so aus:

"Das ö ist als lachendes Gesicht
bei näherem Hinsehen erkennbar ..."

 

(TT, 06.07.2019)

 

 

In den sozialen Medien überschlagen sich die User. Natürlich mit "positiven" Statements. Tja, wenn´s laaft, dann laaft´s! Fast wie beim Projekt "Feldring/Schafjoch". Ein Auszug aus den Stellungnahmen:

 

 

 

(Achtung! Bisher ging´s um Fakten, jetzt folgt Satire bzw. ist manches aus der Ötzer (Öetzer?) Realität schon wieder so nahe dran, dass man unschwer die Unterschiede erkennen kann.)

 

Die ganz wenigen negativen Stellungnahmen wurden absichtlich nicht aufgelistet. Erstens handelt es sich bei deren Verfasser um Banausen und zweitens sind die einfach nur nicht in der Lage, den großen, dahintersteckenden Plan zu erkennen.

 

Der Plan sieht so aus: Man will unauffällig von "Oetz" zur richtigen Schreibweise "Ötz" zurückkehren. Bgm. Falkner hat´s im Gemeinderat verraten, indem er gesagt hat: "Ein Logo soll einen gewissen Wiedererkennungswert haben". Daher verwendet man jetzt in einem Zwischenschritt die Versionen "Hochöetz". Als nächstes kommt "Öetz". Später sagt man sich, wir lassen das überflüssige "e" einfach weg. Dann ist man da, wo man letztlich hinwill und hingehört: Bei "Ötz" und "Hochötz". 

 

Außerdem spricht man "Hochöetz" sowieso als "Hochötz" aus! Keinesfalls als Hochö-etz oder sonst irgend wie. Das "ö" ist wie ein "o" zu sehen. Man denkt sich einfach die Punktelen weg. So, als hätte man sie gar nie dazugemalt. In der Fernsehwerbung wird das derzeit ebenfalls so gemacht:

 

"Jo", Österreichs (Öesterreichs?) Bonus Club ...
"Jo", Österreichs (Öesterreichs?) Bonus Club ...

 

 

 

 

"Das ö wird nicht als ö gesprochen, sondern als o. Das Logo heißt also Hochötz."

 

(Der Aufsichtsratsvorsitzende der Bergbahnen, Hansjörg Falkner)

 

 

Na klar, Hansjörg. Wie Recht du doch wieder einmal hast: Schreiben, Lesen und Aussprechen haben nichts, aber schon überhaupt nichts, miteinander zu tun! Weshalb denn auch? Da besteht wirklich kein wie immer gearteter Zusammenhang.

 

(best, 01.08.2019)

 

 

***

Vier Versuche. Einer davon ist richtig.
Vier Versuche. Einer davon ist richtig.
"Jo"-Karte empört (empöert?) Lieferanten ...
"Jo"-Karte empört (empöert?) Lieferanten ...
"jo" schau, ganz schön (schöen?) schlau ...
"jo" schau, ganz schön (schöen?) schlau ...

Begehung in Kühtaier- und Hauptstraße macht Hoffnung

 

Nach dem Nachmalen des 50-er Zeichens innerhalb weniger Tage machte auch die heutige Begehung in der Kühtaier- und der Hauptstraße weitere Hoffnung auf Verbesserungen. So versprach der Leiter des BBA Imst, Günter Heppke, beim Übergang von der linken Seite (des Kühtaierstraße-Gehsteiges) auf die rechte Seite zum Örlachweg "Haifischzähne" auf die Fahrbahn aufzumalen. Dazu werden Fußgängertafeln aufgestellt und ein Spiegel, der von der Gemeinde Ötz finanziert wird, wie Bürgermeister Hansjörg Falkner versprach. Ähnliches wird zur Sicherheit der Ötzerinnen und Ötzer auch in der bis dato unübersichtlichen Greith-Kurve gemacht, wo zusätzlich sichtbehindernde Büsche und Sträucher in der Innenseite der gefährlichen Kurve entfernt werden.

 

Bzgl. einer ständigen Radarkasteneinrichtung sicherte Hofrat Heppke seine wohlwollende Intervention bei der BH Imst zu: Er wolle seinen Einfluss geltend machen, versicherte der Leiter des Bauzirksamtes, und nachdem dort mit Andreas Nagele ein ehemaliger Ötzer als Ansprechperson sitzt, stehen die Chancen durchaus nicht schlecht. Lebenswertes Ötz hat jedenfalls damit argumentiert, dass die Anwohner der Hahntennjochstraße in Imst ein Radarmessgerät erhalten hätten und die Ötzerinnen und Ötzer wohl nicht Menschen zweiter Klasse sein dürften. Zumal hier der Verkehr über das Jahr gesehen sicherlich höher ist als in der Bezirksstadt.

 

Bleibt die Schwachstelle beim Übergang vom Feuerwehrhaus zum Brandachweg und auch dort scheint sich abseits des bereits ins Auge gefassten neuen Radarkastens (der dann in beide Richtungen messen wird) eine Verbesserung abzuzeichnen! Die ehemals weiter südlich geplante Unterführung wird jedenfalls weiter Richtung Norden verlegt. Das sagte Bgm. Falkner. Damit wird schon einmal eine Entflechtung des Rad- und Gehverkehrs bewerkstelligt. HR Heppke will sich aber auch noch der Fußgänger annehmen und ev. wie vorhin beschrieben mit "Haifischzähnen" und Tafeln arbeiten. Dazu wolle er sich aber noch mit anderen abstimmen. Somit wurde die von mehr als 80 Anwohnern der Kühtaierstraße und Umgebung unterzeichnete Petition zu einem vollen Erfolg. Mit der Umsetzung der BBA-Maßnahmen ist bereits innerhalb eines Monats zu rechnen. HR Heppke sagte, er sei jetzt zwei Wochen auf Urlaub, danach wolle er die Ötzer Interessen aber gleich wahrnehmen und realisieren.

 

Warum "Haifischzähne" und kein Zebrastreifen?

 

Zebrastreifen müssen eine bestimmte Entfernung voneinander aufweisen und dürfen in keinen Kurven errichtet werden. "Haifischzähne" sind die erste Ersatzmaßnahme, weisen keine rechtlich verbindlichen Folgen auf, signalisieren jedoch deutlich, dass hier Auto-, Motorrad, LKW- und andere Fahrer aufmerksam sein müssen. Mehr war also nicht machbar. Wir von sind mit der Entwicklung und den erzielten Ergebnissen der Petition bisher sehr, sehr zufrieden.

 

Lebenswertes Ötz Wir bringen`s!

 

(best, 29.07.2019)

 

Ps. Warum es unter anderem in der Kühtaierstraße dringend Maßnahmen braucht:


Große Fragezeichen hinter dem Gesagten im Beirat

 

In seinem Bericht über den Liftzusammenschluss Wildschönau-Alpbach hat Altbürgermeister Silbergerger von angeblichen Steigerungsraten gesprochen. Nicht geredet hat er allerdings darüber, wie diese zustande gekommen sind und wie nachhaltig diese sind. So ist gerade die Wildschönau ein Paradebeispiel dafür, wie die auch dort aktuell heftig umstrittenen Investorenmodelle nicht nur für jede Menge Unfrieden in der Gemeinde sorgen, sondern auch für dicke Schlagzeilen.

 

Erinnert sei bei dieser Gelegenheit an jene holländischen Unternehmer, welche nicht nur keine einheimischen Baufirmen beschäftigt haben, sondern sogar sämtliche Lebensmittel aus der Heimat herankarren haben lassen. Weitere Knackpunkte: Verfahren um Zweitwohnsitze, Millionenpleiten nach Kriminalfall etc.

 

Wenn so etwas plötzlich unser Vorbild ist, dann gute Nacht Ötz! Untenstehend einige Links zum Nachlesen und selber-Meinung-bilden.

Und auch noch zwei andere Sachen zum Nachdenken:

1.) Ist es ein Zufall, dass Silberberger lediglich für kurze Zeit als Bürgermeister der Wildschönau tätig war oder steckt da mehr dahinter?

2.) Wieso weist die offizielle Statistik des Landes Tirol im Winter nach dem Zusammenschluss der Schigebiete (Eröffnung am 21.01.2013) ein sattes Minus aus?

 

(mane, 26.07.2019)

 

Links:

 

 


Beirat "Zukunft": Die Sache spitzt sich dramatisch zu

 

Obwohl das Programm eigentlich einen gemütlichen Abend versprochen hatte, gestaltete sich die vierte Sitzung des Beirates Zukunft turbulent. Das Feuer eröffnete vollkommen überraschend und unverständlicherweise Bürgermeister Hansjörg Falkner, der die Seite dynamoetz kritisierte. Gleichzeitig zitierte er, als es darum ging, eine Replik auf den Antrag an den Beirat zu geben (siehe unten), u.a. genau daraus: So sollen Themen wie Photovoltaik, Parkhaus, Ladestationen, E-Autos, Belohnung von mit Öffis anreisenden Gästen nun plötzlich doch en vogue (und rentabel) sein ...

 

Altbürgermeister Rainer Silberberger hielt einen Vortrag über den Zusammenschluss der Skigebiete Wildschönau-Alpbach und untermauerte diesen mit einigen Aussagen. Obwohl ein Beamer vorhanden gewesen wäre, tat er dies leider ohne begleitendes Bildmaterial. Somit war nicht erkennbar, dass bei diesem Zusammenschluss tatsächlich (nur) zwei eigenständige Skigebiete lifttechnisch miteinander verbunden wurden. (Im Gegensatz zu Hochötz-Feldring/Schafjoch-Kühtai mit drei Skigebieten). Lt. Silberberger war der Hauptauslöser für den Zusammenschluss die schlechte finanzielle Stand von Alpbach gewesen. Nach dem Zusammenschluss habe es für Wildschönau-Alpbach eine Steigerung von ca. 12,5 % gegeben, während die sonstige Region bei 9 % gelegen war. Parkplatzprobleme gebe es bei ihnen keine, so Silberberger.

 

Alexander Wolf von Lebenswertes Ötz erkundigte sich, ob es im Beirat Zukunft Ziel- und Meilensteinvereinbarungen gebe, eine Timeline erstellt worden wäre usw. Kritische und recht deutliche Wortmeldungen kamen auch von Gerd Estermann (Initiative gegen Feldring/Schafjoch) und Markus Welzl (Alpenverein), die sich für keinen skitechnischen Zusammenschluss hergeben wollen. Grundsätzlich mahnte das Plenum von den Projektwerbern für die nächste Sitzung noch einmal handfeste (Zukunfts-)Maßnahmen in Sachen Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit lt. dem eingebrachten Antrag ein, ansonsten würde der Beirat endgültig "platzen". Tenor: Sich lediglich Vorträge anhören zu müssen und bei Vergangenheitsbewältigung anwesend zu sein, statt konstruktiv an einem gemeinsam erarbeiteten Ziel arbeiten zu können, das sei entschieden zu wenig. Adi Meierkord von Lebenswertes Ötz erinnerte Bgm. Falkner beispielsweise an das Verkehrsproblem in unserer Gemeinde, das es angesichts von Schigebiets-Zusammenschlüssen (wie auch Ötztal-Pitztal) zu lösen gelte. Das sei wirklich ein Zukunftsthema. Der Angesprochene reagierte jedoch auch darauf sauer.

 

(adme, alwo/24.07.2019)

 

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Kommentar

 

Wenn etwas gerade dabei ist zu scheitern, ist es interessant, zu beobachten, woran es denn krankt. Meist sind es ja die einfachen Dinge, an denen etwas zerbricht. Im Falle des Beirates ortet der Urheber dieser Zeilen zwei Knackpunkte.

 

1. Beirat sollte sich mit der Zukunft befassen und nicht mit der Vergangenheit

Wie bereits im Namen Beirat Zukunft verankert, sollte sich das Gremium mit Kommenden beschäftigen. So hat man es jedenfalls festgelegt. ZUKUNFT, das ist aber bekanntlich etwas, das erst kommt! Insofern dürfen die Projektwerber im Plenum auch auf kein großes Verständnis hoffen, wenn sie dauernd nur von dem erzählen, was sie in der Vergangenheit so alles Tolles gemacht haben. Entschuldigung, aber Wärmepumpen, die man vor Jahren irgendwo in ein Gemeindehaus eingebaut hat, Abwärmeanlagen in Liftstationen, so sinnvoll diese auch sein mögen, das ist und bleibt VERGANGENHEIT. Die Frage ist aber, liebe Projektwerber, was ihr in Zukunft machen wollt. (Und zwar, ohne dass man dabei die Ideen jener kopiert, die ihr vorher kritisiert habt.)

 

Werte Projektwerber-Kollegen aus dem Beirat, wenn ihr in diesem Punkt nicht endlich umdenkt, wenn ihr vielmehr nach wie vor meint, Berichte aus anderen Regionen über Vergangenes seien das Patentrezept für unsere Zukunft, dann kann das Unterfangen nur scheitern und die Schuld daran, die müsst ihr dann wahrlich bei euch suchen. Euer Vorgehen gleicht im Moment jenem Olympiateilnehmer, der anstatt zu trainieren, der anstatt sich auf das nächste Großereignis gezielt vorzubereiten, lieber davon faselt, wie toll er doch vor vier Jahren gewesen sei ... 

 

2. Geht es wirklich um diese Sache?

Es sind nicht wenige Beobachter der Szenerie, die u.a. aus der schwachen Motivationslage der Projektwerber (manche Beiräte haben in vier Sitzungen noch keine einzige Wortmeldung abgegeben), deren Reaktion auf bestimmte Themen sowie einigen anderen Umständen und Faktoren ganz anderes ableiten: Sie meinen, letztlich ginge es im Beirat Zukunft nur um Hinhaltetaktik. Sonst würde Falkner auch plötzlich nicht so dünnhäutig agieren und einseitig eine Diskussion über Gemeindepolitik in den Beirat tragen, die dort selbstverständlich überhaupt nichts verloren hat. Er habe aber, so vermuten die neutralen Beobachter, von seinen Hintermännern Druck bekommen und würde jetzt wie ein Ertrinkender agieren, der sich der Wellen von beiden Seiten erwehren muss. Derweil sollen im Stillen andere Sachen unter Dach und Fach gebracht werden. Auch in einem derartigen Fall läge es natürlich an den Projektwerbern, glaubwürdig Gegenteiliges zu beweisen.

 

Analyse:

Falkner hat mit dynamoetz respektive Lebenswertes Ötz genau jene kritisiert, die ihm im Gegensatz zu vielen anderen sogar eine lifttechnische Verbindung zugestanden hätten. Ob das strategisch klug ist? Jedenfalls verbessert man damit sicherlich nicht seine "Karten" (auf die wir bald einmal zu sprechen kommen werden). Vor allem vor dem Hintergrund, wenn man zeitgleich die Ideen genau dieser Kritisierten plötzlich als "seine" Ideen für die Zukunft verkaufen will.

 

Prognose:

Gelingt bei der kommenden Sitzung nicht der große Wurf, ist der Beirat Geschichte, also wirklich V-e-r-g-a-n-g-e-n-h-e-i-t. Dann ist aber auch der große Plan freigelegt, von dem manche munkeln, LH Günther Platter sei höchstpersönlich eingeschritten und habe die Projektwerber zu einem Dialog verdonnert, den sie eigentlich und letztlich gar nicht führen woll(t)en. Egal, ob so oder so: dynamoetz bleibt ganz sicher am Ball. Versprochen!

 

Bernhard Stecher, 24.07.2019