"Das Oetzthal, unstreitig das schönste aller Thäler Tirols"

"Das Ötztal, unstrittig das schönste aller Täler Tirols ..."

 

Herbert Pienz stellt allen dynamoetz-Leserinnen und Lesern alte Stiche zur Verfügung. Der Habicher steuert auch jeweils heiter-kritische Bezüge bei. Damit das vorweihnachtliche Licht und die Liebe ins Herz einzieht, sagt er. Die Hoffnung lebt also.

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Neue Transparente in Sachen Ötzer Verkehr



 

Das Unglück hat wollen(e) Socken an

und wenn es kommt, so hört man`s nit

 

 

Auf ganz leisen Sohlen schleicht auf diesem Bild das Unheil heran. Pirscht sich lautlos an, um dann, nahe genug, gehörig die Idylle zu stören.

 

Betrachtet man diese Abbildung, so fallen einem aus Ötzer Sicht unweigerlich die Hinterötztaler ein: Was die derzeit doch alles so von sich geben! Da ist der Wolf, der Kreide gefressen hat, geradezu ein Waisenknabe. Anhören tut sich das alleine anhand von zwei Beispielen so:

 

"Also, das bisschen Verkehr mehr durch die Gletscherehe, das merkt ihr im Vordertal gar nicht. Das geht im , natürlichen´ Zuwachs unter."

(© Jack Falkner)

 

"Wir sind seit Jahren dran, für eine spürbare Verkehrsentlastung zu sorgen."

(© Lukas Scheiber, der zeitgleich einen Prospekt für das neue Obergurgler Ganzjahres-Kongresszentrum verschickt und Samstags-Schikarten-Schleuderpreise anpreist)

 

Man merkt, sie sind auch auf wollenen Socken unterwegs: unsere Macher aus dem Hintertal. Wollen uns einreden, es sei alles kein Problem. Zumindest das, was sie tun. Dass andere darunter leiden, das kommt ihnen nicht in den Sinn. Aber wir können noch zusammenzählen! Wir wissen: Dort 3 %, da 2 dann hier ein neues Hotel und dort und hier und dort. Dazu das übliche Bevölkerungswachstum. Eigentlich ist das Verkehrs-Unheil mit Riesenschritten unterwegs. Das merkt jeder, der sich auch nur ein wenig damit auseinandersetzt. Was aber tut unsere Gemeindeführung? Die glaubt denen, die einfach etwas daherplauschen. Der genügt dies. Sie nickt mit den Kopf und merkt überhaupt nicht, wie das für uns fatale Ende naht. Traurig, aber wahr. Besonders, weil wir dann die Suppe auszulöffeln haben werden, wenn sich andere bereits aus der Verantwortung verabschiedet haben.

 

(13.12.2019)

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So machte früher die Kirche den Menschen Angst. Wenn wir nicht artig sein würden,  hieß es, ginge es in Begleitung von finsteren Gestalten direkt in die Hölle. Feuerspeiende Drachen beobachten dabei die Szenerie und im Hintergrund wird ein Mensch bereits bei lebendigem Leib gegrillt. Heute argumentiert der Klerus anders. Dafür sind andere an seine Stelle getreten. Jetzt stimmt die Wirtschaft den Abgesang an: Stillstand sei Rückschtritt, heißt es. Und andere würden uns überholen. Schrecklich! Praktisch ein Weltuntergang! Andererseits wird Naturzerstörung jetzt sogar nachhaltig genannt und man müsse unbedingt das größte Gletscherschigebiet haben! So sagen sie. Denn das größte Bikegebiet Europas reicht noch nicht. Das sind jetzt also die neuen Götzen, die wir anbeten und denen wir auf dem Altar des Fortschritts alles opfern. Ganz vergessend, dass es auch dabei in einer aufgeklärten Gesellschaft längst ein Umdenken brauchen würde. Die Zeit wird aber kommen, in der unsere heute so groß gefeierten Macher die Beelzebuben sein werden. Über obiges Bild können wir auch nur mehr lachen, oder?

 

(11.12.2019)

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Blick vom Sennplatzl. Der Stadl links steht zwar mittlerweile nicht mehr, ansonsten scheint es noch einer der wenigen original erhaltenen Plätze in Ötz zu sein. Andernorts türmen sich nun die Burgen jener (ausländischen) Investoren, die nicht mehr wissen wohin mit ihrem Geld.

 

 

Hier war die Welt scheinbar noch in Ordnung. Auch wenn das Leben damals wohl härter war als heute. Auch standen die ganz schlechten Zeiten erst bevor. Allerdings stehen wir auch heute wieder vor großen Herausforderungen. Man denke nur an den Verkehr oder das Klimaproblem. Wird unser Gemeinderat auf die neuen Bedrohungen reagieren und als ein erstes kleines Zeichen wenigstens den Klimanotstand ausrufen?

 

 

Der Dirchlsteinhof in Habichen. Dem stelle man einfach nur einmal unsere neue Weihnachtsbeleuchtung gegenüber. Diesen Stern, der aus einem kalten Füllhorn gezaubert wurde. Bezeichnend für die neue Zeit in Ötz, die alles Alte scheinbar achtlos über Bord wirft.

 

(09.12.2019)


40 Jahre im Dienst des Gemeinwohls

Bernhard Fischer war und ist Feuerwehrmann mit Leib und Seele. Solche Menschen sind in einer Gemeinde ungemein wichtig.
Bernhard Fischer war und ist Feuerwehrmann mit Leib und Seele. Solche Menschen sind in einer Gemeinde ungemein wichtig.

 

Mit 15 kam er zur Feuerwehr und heute, mit 67, ist er immer noch dabei. Mittlerweile "nur" mehr als einfacher Feuerwehrmann, so, wie er dereinst seine Aufgabe bei der Ötzerauer Feuerwehr in Angriff genommen hat. 

Dazwischen war Bernhard Fischer 35 Jahre lang Kommandant. Trug jene Verantwortung, um die sich andere drückten. Hielt dann den Kopf hin, wenn es eng wurde. Rechnet man die drei Jahre dazu, in denen er seinen Onkel vertreten hat, so sind es sogar 38 Jahre. Während dieser Zeit wurde alleine das Feuerwehrhaus dreimal umgebaut. Die Gemeinde Ötz hat Bernhard Fischer keine Ehrung zukommen lassen. Hat ihn einfach vergessen. (best, 06.12.2019)

Kommentar

Schamets enk!

Bernhard Fischer hat vier Jahrzehnte lang der Ötzer Gemeinde und ihren Be- wohnern vorbildlich gedient. Anders als andere, die sich unbedingt selbst ein Denkmal setzen mussten, hat der ehemalige Feuerwehr-kommandant seinen Dienst an der Gemeinschaft auch frei- willig verrichtet. Ohne nur einen einzigen Cent einzu-streifen, wohlgemerkt!

 

Da wäre es wohl das Mindeste, wenn man so einen Mann auch einmal ehren würde. Möchte man jedenfalls mei- nen. Aber, denkste! Weder hat Fischer von der Gemeinde eine Auszeichnung erhalten, noch war diese offensichtlich in der Lage, ihn, wie dies bei vielen anderen Persönlichkeiten der Fall ist, für eine Verdienstme-daille des Landes Tirol vorzu-schlagen.

 

Das ist aber einmal mehr nur sinnbildlich für das Chaos und die Ignoranz in unserer Gemeinde. Und genau genommen muss man es sogar schärfer formulieren: Das ist unterste Schublade und spottet jeder Beschrei- bung! Daher: Schamets enk, die ihr in unserer Gemein-destube sitzt und eigentlich einmal für die Bürger dasein wolltet!

Bernhard Stecher



Wieso checken sie es eigentlich überall um uns herum?

 

Man wundert sich. Man fragt sich. Man denkt sich, das kann doch gar nicht wahr sein. Man sucht nach Ursachen. Glaubt es nicht, dass sogar die Gemeinde Sautens klüger handelt als die unsere:

 

 

Ganz zu schweigen von Sölden ...

 

 

In Ötz durfte das größte Investorenmodell des Landes entstehen, das All Suite Resort des Peter Grüner, das seinem Vulgonamen als Schloss Dunklstein seit Monaten alle Ehre macht. Gefördert, ja geradezu herbeigebettelt, von BM HJ Falkner & Co ("Die neuen Betten brauchen wir für das neue Schigebiet Feldring/Schafjoch!") Auch Herr Karlinger durfte mit seiner "A Casa Vermietungs GmbH" in Ötz bereits fleißig "investieren". Weitere Vorhaben geplant.

 

Wenn man es nicht genau wüsste, dann müsste man meinen, man sei in einem schlechten Film. Abgesehen davon wünscht man sich eine Gemeindeführung mit Rückgrat, und nicht eine, die stets auf die gleichen Einflüsterer hört. Beispiele dafür gäbe es ebenfalls:

 

 

(LÖ, 30.11.2019)


Verkehr: Was würden da die Zillertaler tun? – Was tun sie?

 

Eines der beliebten Totschlagargumente einer jeglichen Ötzer Verkehrsdiskussion war bisher immer der Spruch: "Was täten da die Zillertaler!" Damit entledigte man sich rasch eines unliebsamen Nachdenkprozesses. Im folgenden Gastbeitrag führt DI Jürgen Handl diesen Ansatz ad absurdum. Er zeigt, wie inhaltsleer derartige Aussagen sind und dass die Zillertaler zwar 2,5-mal mehr Bevölkerung haben und 75 % mehr Nächtigungen aber "nur" 35 % mehr Verkehr.

 

Welcher Ötztaler lässt sich schon gerne mit einem Zillertaler vergleichen und umgekehrt? Auf den Verkehr bezogen gibt es bezüglich der Situation in Ötz immer wieder Aussagen wie z.B. "Wir hier in Ötz jammern, was sollten da die Zillertaler sagen?" Allerdings werden da Äpfel mit Birnen verglichen. Es gibt viele Gründe, warum man die Verkehrssituation nicht vergleichen kann. Im folgenden werden die Messtellen Ötz und Brettfalltunnel betrachtet, beide liegen am Eingang des Tales.

 

An der Messstelle Ötz werden auch die Fahrzeuge von/nach Sautens, Ambach, Ebene und Brunau miterfasst, die allerdings nicht durch Ötz fahren. Dafür fehlen die Fahrten von Sautens nach Ötz oder weiter hinein ins Tal, der innerörtliche Verkehr oder der aus dem Nedertal bzw. hinterem Tal nach Ötz und wieder zurück. Im Zillertal fehlen hingegen die Gemeinden Strass (836 Einwohner) und Bruck (1.098 Einwohner), da diese (vermutlich) nicht durch den Brettfalltunnel fahren.

 

Des weiteren: Müssen wir uns wirklich mit dem negativen Spitzenreiter vergleichen? Schon klar, dass manche Ötzer sich gerne an der Spitze sehen, aber ausgerechnet beim Verkehr? Muss das wirklich sein???

 

Einwohner

 

Das Zillertal hat mehr als doppelt so viele Einwohner als das Ötztal (genau genommen 2,46 mal so viel). Quellen: Planungsverband Ötztal und Planungsverband Zillertal, Stand 2017.

 

Pendler

 

Wie aus den Daten von den Planungsverbänden (PV) herauszulesen ist, hat der PV Ötztal etwa halb so viele Gemeinde-Einpendler, davon aber etwa gleich viele, die von außerhalb des Planungsverbandes kommen. Heißt übersetzt: 46,6 % der Gemeinde-Einpendler kommen von außerhalb des PV (weiter entfernt als Gemeinde Haiming oder Roppen), im Zillertal sind es hingegen 26 %. Bei den Gemeinde-Auspendlern haben wir im Ötztal 61 % die aus dem Planungsverband auspendeln, im Zillertal 38,3 %. Dies zeigt, dass das Ötztal einen im Verhältnis zur Bevölkerung deutlich höheren Anteil an Pendlern hat. Wenn man die Aus- und Einpendler im Ötztal zusammenzählt, kommt man auf 5.894 Pendler. Einmal hin und einmal retour ergibt das 11.788 Fahrten. Wie viele davon Haiming und Roppen betreffen (also nicht über die Messstelle fahren) und wie viele davon mit den öffentlichen Verkehrsmittel fahren, bleibt offen. Eines ist klar, auch bei den Pendlern muss man mit Maßnahmen ansetzen.

 

Tourismus

 

Bekanntermaßen sind beide Täler sehr stark touristisch ausgeprägt. Das sieht man auch daran, dass das Ötztal im Winter etwa 3/4 aller Nächtigungen im Bezirk Imst vorzuweisen hat (Achtung, Kühtai gehört NICHT zum PV Ötztal). Das Zillertal liegt nochmal höher, bei einem Anteil von ca. 85 % aller Nächtigungen im Winter im Bezirk Schwaz. Die Transportkapazität der Seilbahnen im Zillertal ist beinahe doppelt so groß wie im Ötztal.

 

Im Vergleich zum Winter (100%) haben die Zillertaler mit 67,4 % eine deutlich höhere Zahl an Nächtigungen im Sommer. Da hinken die Ötztaler mit 42,1% Nächtigungen im Sommer bezogen auf Nächtigungen im Winter deutlich hinterher. Natürlich wollen die Ötztaler nach vielen Jahren der Fokussierung auf den Wintertourismus auch den Sommertourismus stärken. Schaut man sich die Verkehrszahlen an, so müssten da aber die Alarmglocken läuten. Der August ist heute schon der stärkste Verkehrsmonat des Jahres mit im Monatsmittel über 16.000 KFZ/Tag. Im Winter sind insbesondere die An- und Abreisezeiten das größte verkehrstechnische Problem, im Sommer sind diese zwar anderwertig und gleichmäßiger verteilt, das ergibt aber die Situation, dass jeden Tag unter Tags zu jeder Stunde deutlich mehr Verkehr ist. Steigern die Ötztaler ihren Sommertourismus weiter, stehen dann die Pendler bei der Heimfahrt täglich im Stau? Aus heutiger Sicht scheint das zu befürchten sein.

 

Was hieße das nun bei der kolportierten Nächtigungszunahme um 15 % durch einen Zusammenschluss Ötztal-Pitztal? Deutliche Auswirkungen auf die Verkehrsbelastung, insbesondere zu den Spitzenzeiten. Die Tourismus-unabhängingen Pendler werden nicht mehr und nicht weniger trotz mehr Nächtigungen. Mit zusätzlichen Nächtigungen steigt aber der An- und Abreiseverkehr, touristische Verkehr (Besuche, Aktivitäten, ... ), Pendler die im Tourismus tätig sind, Werksverkehr (Baustellen touristischer Natur, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten) und Lieferantenverkehr. Und jetzt denke man einmal an die bereits jetzt vorhandenen Stauzeiten in Ötz …

 

Setzt man die Nächtigungen (Winter und Sommer) ins Verhältnis zum Gesamtverkehr, so sehen wir, dass im Ötztal auf jede Nächtigung 1,24 KFZ-Fahrten anfallen, im Zillertal sind es 0,96 KFZ-Fahrten. Sind die Zillertaler bez. Verkehr und Nächtigungen effizienter? Diese Frage sei einfach mal so stehen gelassen.

 

Erfreulich für den Ötztaler Tourismus ergeben sich pro Einwohner im Ötztal 275,4 Nächtigungen, im Zillertal hingegen ’nur’ 186,6. Was aber auf der anderen Seite heißt, die Belastung pro Einwohner durch den Tourismus ist im Ötztal deutlich größer. Wie viel mehr vertragen die Bewohner?

 

Bahn

 

Durch das Zillertal verläuft eine Eisenbahnstrecke (Schmalspurbahn). Mit dieser kommt man ganz bequem direkt zum Bahnhof Jenbach. Ob und wie viele Touristen mit der Bahn anreisen oder von Pendlern genutzt wird ist aus den Daten nicht zu entnehmen. Nachdem die Deutsche Bahn ja nicht gerade mit Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit punktet, werden wohl maximal Gäste aus München mit der Bahn anreisen. In Zukunft soll die Bahn schadstofffrei betrieben werden (Wasserstoffantrieb). Im Jahr 2018 wurden 2,9 Mio Fahrgäste transportiert, gegenüber 2017 ein Plus von 16 % (Quelle: www.zillertalbahn.at).

 

Übersicht über die Verkehrssituation

 

Da die Gesamtjahresdaten für 2018 noch (immer) nicht vorliegen, muss ich auf die Jahresdaten von 2017 zurückgreifen, abgerufen von der Seite des Landes Tirol.

Für das Gesamtjahr 2017 ergeben sich für das Ötztal 5,1 Mio KFZ, für das Zillertal 6,9 Mio KFZ.

 

Auch zu sehen ist, dass durch das Zillertal aufgrund Betriebe/Industrie (z.B. Erlebnissennerei Zillertal, Zillertal Bier, Wetscher, Binderholz, Empl, AL-KO, … ) mehr als doppelt so viele LKW fahren als durchs Ötztal. Das sind aber auch viele Arbeitsplätze für Einheimische, was das Aus-/Einpendeln reduziert.

 

 Was bleibt ...

 

Das Zillertal ist sowohl von der Bevölkerung als auch im Tourismus dem Ötztal deutlich überlegen, natürlich auch bezüglich Verkehr. Letzteres zeigt sich allerdings nur Ansatzweise - ca. 2,5 mal mehr Bevölkerung, 74,4 % mehr Nächtigungen aber nur 35 % mehr Verkehr als im Ötztal. Dass auch die Situation für die Zillertaler nicht rosig ist, steht außer Frage.


Anstatt die Ötztaler immer nur beruhigen zu wollen, quasi wir haben es verkehrsmäßig besser als die Zillertaler, sollte man sich eher die Frage stellen: Was machen die Zillertaler besser?

 

Wo die Zillertaler auch (bei weitem) überlegen sind: die Unterstützung der Bevölkerung durch die Gemeindeführung. Im Zillertal wird versucht die Bevölkerung vom Verkehr zu schützen, es gibt schon lange Umfahrungen bzw. die bestehenden werden noch weiter ausgebaut (siehe Bsp. Fügen). Im Ötztal wird beschwichtigt, bis sich die dicksten Balken biegen noch im März 2019 wurde in einem ORF-Fernsehbeitrag (’Thema’ zu Skigebietserweiterung Feldring) vom Ötzer Bürgermeister behauptet ’Wir haben noch kein Verkehrsproblem, soviel möchte ich festhalten.’

 

Ungehindert bahnt sich derweil der Verkehr durch unseren Ortskern, ohne Rücksicht auf (Lebensqualitäts-)Verluste (insbesondere durch Verkehrslärm). Wenn nicht einmal ein Problem gesehen wird, wie soll es dann Lösungen geben???


DI Jürgen Handl

(26.11.2019)

 

Die folgenden beiden Tabellen zeigen die Messstelle Ötz (oben) und die Messstelle Brettfalltunnel (unten):

 

 

Zum Download: Die Langversion

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2019-11-24_Vergleich_mit_Zillertal_Verke
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Passiert gerade Historisches? Arsch auf Grundeis?


Sind wir gerade Zeitzeugen von etwas Epochalem? Tut sich Außergewöhnliches? Die Indizien sprechen jedenfalls dafür. Denn plötzlich verschicken ausgerechnet die, welche früher niemals über "ungelegte Eier" reden wollten, also unsere Bergbahnen- und Tourismusbosse, Aussendungen für das ganze Land. Grund dafür könnten Berichte wie dieser links oben der renommierten Süddeutschen Zeitung sein, einem der Leitmedien unseres Nachbarlandes. Solche Zeilen tun unseren Machern vermutlich furchtbar weh.

 

Als Beobachter ist man in einer komfortablen Lage. Man kann sich die Pro- und Contra-Argumente in aller Ruhe anhören und daraus sein eigenes Bild ableiten. Man kann auch Zwischenfazite ziehen, und wenn man dies tut, dann muss man zum derzeitigen Stand der Dinge eines unbedingt festhalten: Die Zeit des Mauschelns im stillen Kämmerchen ist vorbei!

 

Mittlerweile ziehen Themen wie das neue Gletscherschigebiet, das zwischen dem Ötz- und dem Pitztal entstehen soll, weite Kreise. Und zwar bevor noch überhaupt verhandelt wird. Vorsicht!, sagt hier der neutrale Beobachter, denn wenn die Stimmung bereits derart am Kochen ist man lese nur die Kommentare unterhalb von diversen Presseberichten – , dann könnte nach Flug- und anderen -Schamaktionen eines nicht allzu fernen Tages auch leicht so etwas wie #soeldenscham entstehen. Dann könnte ein erboster Leser eine Lawine ungeheuten Ausmaßes lostreten, sei es auf Twitter oder sonst wo, indem er zu einem Boykott einer ganzen Urlaubsregion aufruft.

 

Es ist daher eine höchst gefährliche Gratwanderung, auf der sich unsere Seilbahner und Touristiker derzeit bewegen. Sie birgt genügend Sprengkraft, selbst, wenn dabei kein Hauptgipfel in die Luft fliegt. (best, 24.11.2019)


Thema Verkehr: Wenn sich die Bevölkerung selbst hilft

 

Das haben unsere Dorfpolitiker jetzt davon! Weil sie jahrelang den Kopf in den Sand gesteckt und/oder absichtlich auf die Seite geschaut haben, hat sich die Bevölkerung selbst auf die Hinterfüße gestellt. So kam es zu kleineren Petitionen (Kühtaierstraße und südliche Hauptstraße), aber auch zu einer größeren, mit mittlerweile mehr als 600 Unterstützern, die Mehrzahl aus Ötz.

 

Auch wurde unsere Gemeinde längst mit privaten Luftmesssgeräten bestückt, welche ihre Daten sogar ins Internet einspeisen. Somit ist Ötz mittlerweile zur diesbezüglich am besten dokumentierte Gemeinde des Landes geworden.

 

Folgendes Bildmaterial stammt von einer Exkursion der Messgruppe Lebenswertes Ötz zur amtlichen Messstelle des Landes Tirol in der Imster Au. Dort konnten wir aus dem Munde von wirklichen Experten allerhand Wissenswertes erfahren und unsere Geräte auch einem Eichtest unterziehen. So viel sei bereits verraten sie stimmen:

 

(LÖ, 21.11.2019)


Das Ötz(tal)er Verkehrsthema wird im Chaos enden

 

Martin Neururer fragt in untenstehendem Beitrag, wohin der Ötz(tal)er Verkehr noch führen wird. Die Antwort darauf ist klar: Ins Chaos! Der Grund dafür besteht darin, dass das Selbstregulierungsbewusstsein der Touristiker fehlt und die Politik, die für die Rahmenbedingungen sorgen sollte, keinen gestalterischen Zukunftswillen hat. Wie denn auch? Betet sie zum Großteil doch nur brav das nach, was die Touristiker wünschen und fordern.

 

Dazu ein Blick zurück in die Geschichte.

 

Es ist gerade einmal 100 Jahre her, da der Umhauser Unternehmer Karl Marberger anregte, man möge doch Bittschian im Winter den Fernpass offen halten. Zumindest für eine "Postfahrt". Nachzulesen in den Innsbrucker Nachrichten vom 24. März 1914 (Seite 17):

 

 

Der Rest der (Erfolgs-)Geschichte ist bekannt: Die Fernpassstrecke hat längst ganzjährig geöffnet und dazu beitragen, dass viel Wohlstand ins Land gekommen ist.

 

Allerdings ist es mit dem Verkehr wie mit dem Biertrinken. Auch das kann eine Weile recht nett sein, dann allerdings relativ schnell umschlagen. Und dann wird einem schlecht. So wie es den Menschen im Außerfern, im Gurgltal, in Obsteig und in Ötz ist, und zwar von dem vielen Verkehr.

 

Was rufen aber unsere Touristiker in den hinteren Tälern munter weiter? Das interessiert uns nicht, dass es euch schlecht geht! Wichtig sind nur wir und wir haben noch lange nicht genug: Wir brauchen mehr, mehr, mehr! Also: Sauft, sauft, sauft!

 

(best, 18.11.2019)

 


Dorf Ötz verkehrsmäßig mit Stadt Wien gleichauf

 

Die Stadt Wien hat im Jahr 2015 eine Straßenverkehrszählung in Auftrag gegeben. 

Die dort ermittelten Werte sind recht interessant für einen direkten Vergleich mit dem aktuellen Verkehrsaufkommen mit Ötz (Touristen-Dorf vs. Stadt).

 

In der Bundeshauptstadt schauen die JDTVs (Jahresdurchschnittlicher täglicher Verkehr) so aus. Beispiel, die bekannte Friedensbrücke:

 

 

Zst.Nr.: 214.W Friedensbrücke

JDTV [Kfz/24h Mo-So]

 

Ri Franz-Josefs.-Bhf. | 9733 |

Ri Wallensteinstraße | 5927 |

Gesamtquerschnitt | 15660 |

 

 

Ötz liegt an Werktagen mit seinen ca. 15.000 Kfz/24h fast gleich auf mit der Friedensbrücke.

 

An den An- u. Abreisetagen wird Ötz aber mit ca. 22.000 Kfz/24h belastet. Das entspricht in Wien etwa dem Verkehrsaufkommen "Rautenweg bei Ostbahn (nördliche Linie)" oder "Laxenburger Straße zw. Raxstraße und Oberlaaer Straße".

 

 

902.229 Rautenweg bei Ostbahn(nördliche Linie)

JDTV [Kfz/24h Mo-So]

 

Ri Breitenlee | 11538 |

Ri Leopoldau | 11131 |

Gesamtquerschnitt | 22669 |

 

 

902.230 Laxenburger Straße zw. Raxstraße und Oberlaaer Straße

JDTV [Kfz/24h Mo-So]

 

Ri stadtauswärts | 11884 |

Ri stadteinwärts | 10807 |

Gesamtquerschnitt | 22691 |

 

 

Weit haben wir es gebracht! Und: Wo soll das eigentlich noch hinführen?

 

(mane, 15.11.2019)


(Rück-)Blick auf Diskussionen um Schigebietserweiterungen

 

Neben Momentaufnahmen sind auch Rückblicke auf Geschehenes immer recht nett und aufschlussreich. So wie etwa auf die noch halbwegs frische Diskussion rund um die mögliche Erschließung eines neuen Gebietes auf den Feldringer Böden und am Schafjoch.

 

Bereits etwas weiter zurück reichen diese Aussagen des langjährigen Ötzer Vizebürger-meisters Alois Amprosi. Betrachtet man das Foto, dann scheint heute Sohn Michl seinem Vater grad wie aus dem Gesicht geschnitten. Und das sagte Vater Lois vor fast 30 Jahren:

 

 

Erst aus diesem Frühjahr stammt untenstehende Pressenotiz über BM Falkner. Der HJ meinte zu diesem Zeitpunkt (noch), es würde weitere "kanalisierte" Zusammenkünfte geben, damit Gemeindebürgern und Leuten, "die nicht direkt betroffen sind, keine Plattform geboten wird" ...

 

 

LH Günther Platter sah die ganze Sache dann ein wenig anders, und ließ auch andere mitreden, weil genau genommen halt viele betroffen sind, sei es über den Verkehr oder das Klima. Es gäbe auch noch genügend andere Gründe. Aber bereits nur aus dem ersten müssten die Beschwerden der verkehrsgeplagten Außerferner, der unter der Verkehrslast ächzenden Gurgltaler und der leidgeprüften Ötzer Berücksichtigung finden, wenn irgendwo in einem bekannten Hintertal ein neues Schigebiet entstehen soll.

 

Irgendwie kann es wirklich nicht sein, dass Projektwerber keck und trotzig behaupten, "wir lassen uns von niemandem dreinreden", gleichzeitig aber auch die transitgeplagte Bevölkerung auf der Anreisestrecke ihrer potentiell neuen Gäste mit der Aussage verhöhnen: "Das bissele Mehr (23 %) merkt ihr gar nicht mehr" ((c) Jack Falkner).

 

Damit machen die Projektanten nämlich ganz genau das, was sie (bei sich) selbst nicht wollen: Dass über andere bestimmt wird! Und diesen Widerspruch sollten eigentlich selbst Liftkaiser erkennen.

 

(best, 13.11.2019)

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