"Arztpraxis am Ortsrand ist ein Schildbürgerstreich ... "

Liebe ÖtzerInnen und Leser von dynamoetz,

 

ich erlaube mir, einen kurzen Beitrag zur Diskussion über die Standortfrage einer neuen Arztpraxis in Oetz zu leisten: Der von den "Vertretern der Gemeinde Oetz mit breiter Brust" (Zitat Gemeinderatsprotokoll) festgelegte Standort in einem Einsatzzentrum außerhalb der Ortschaft ist für mich ein Schildbürgerstreich und völlig absurd.

 

Ich denke, wie schon im Beitrag von Alexander Reiter erwähnt, an die Bewohner des Altenwohnheims, die mehrmals in der Woche selbstständig zu Fuß oder im Rollstuhl von Mitarbeitern des Heims geführt in die Praxis kommen, aber auch an den Kindergarten und die Schulen, wie auch an die vielen betagten MitbürgerInnen, die eigenständig die Praxis aufsuchen und hier auch einen Platz zur Kommunikation und Begegnung finden.

 

Die so wichtige soziale Funktion einer Praxis des Allgemeinarztes im Ortszentrum wird allerdings von unseren Gemeinderäten leider nicht gesehen.

 

Die "suboptimale Situation" der Parkplätze (ebenfalls ein Zitat aus dem Gemeinderats-protokoll) ist in Wirklichkeit gut: wir verfügen über 13 (!) Parkplätze für die Patienten unserer Praxis.

 

Diese Argumente, ebenso wie "zeitgemäße Größe" der Praxis u.ä. (Zitat), sind falsch und entsprechen nicht den Notwendigkeiten der Bevölkerung.

 

Ich arbeite seit nun mehr 34 Jahren in dieser Praxis, die immer wieder erneuert wurde und auf dem neuesten Stand der Technik mit allen notwendigen modernen medizinischen Geräten ausgestattet ist.

 

In diesen Tagen werden in unserer Praxis viele Gespräche geführt, vor allem über die Sinnhaftigkeit des Beschlusses des Gemeinderates vom 04.02.2020. Mein Bestreben ist, diese Praxis auch ab 01.07.2020 für die ÖtzerInnen zu erhalten.

 

Ein Dank für die Möglichkeit, diese Gedanken mitzuteilen,
und mit freundlichen Grüßen,

 

Dr. Michael Larcher

(14.02.2020)

 

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

 

Kommentar

Kann man da nicht noch einmal nachdenken?

Der Arzt ist dagegen, die Bevölkerung ist dagegen. Jegliche Vernunft spricht gegen eine Arztpraxis am Ortsrand. Daher die Frage: Warum muss sie dann unbedingt im Grieß gebaut werden?

 

Nachdem es jetzt auch schon egal ist, wenn die ganze Sache ein halbes Jahr länger dauert: Kommt, lasst uns noch einmal grundlegend über alles nachdenken! Es gibt, ein wenig guten Willen vorausgesetzt, sicher eine Möglichkeit, eine bessere Lösung als die bisher angedachte. Es muss ganz einfach eine geben!

 

Stellen wir dazu einfach einmal vor: Wir haben danach eine Arztpraxis, die sich im Ortszentrum befindet! Wir haben danach auch ein Einsatzzentrum, das sich wirklich an der bestmöglichen Stelle befindet, was sich unsere Feuerwehr auch verdient hätte!

 

Daher noch einmal ein Aufruf: Entkoppeln wir die beiden Themen Feuerwehrhaus und Arztpraxis und versuchen wir wirklich Nägel mit Köpfen zu machen! Geben wir uns nicht gleich aus Bequemlichkeit mit dem derzeitigen Murks zufrieden! Die künftigen Generationen werden es uns danken.

 

Bernhard Stecher

(14.02.2020)


Arztpraxis am Ortsrand vollkommen deplaziert!

Liebe ÖtzerInnen und Leser von dynamoetz,

 

als Erstes bedanke ich mich für die zahlreichen positiven Rückmeldungen zu meinem ersten Leserbrief. Danke auch gleich an das Teamfür die vielen Informationen zum Thema Arztpraxis.

 

Da ich bzgl. Arztpraxis mit Erstaunen lese, möchte ich auch hier öffentlich die Frage stellen: „Woran scheitert es? Was miaßatn mir tian?“

 

Ich möchte, ohne die Vergangenheit überzustrapazieren, einfach Ideen zum Überlegen geben und kurz zusammenfassen. Dabei fange ich "hinten" an:  In Gurgl, Sölden, Längenfeld, Umhausen, Ötz (noch), aber auch "vorne", in Sautens, überall, ist die Arztpraxis im Zentrum. Das wird wohl auch seinen Grund haben.

 

Weshalb wir in Ötz das Gegenteil vorhaben, kann ich nicht nachvollziehen. Entweder wissen wir etwas besser, oder es ist gerade der richtige Zeitpunkt, um hier trotz alter Erfahrungen etwas ganz anders zu machen?! Mir persönlich wurde aber zu Ohren getragen, dass selbst Ärzte immer noch die zentralen Lagen für Praxen bevorzugen ...

 

Deshalb stellt sich einfach die Frage, wie viel Geld fehlt für eine andere Lösung als die beim neuen Einsatzzentrum? Auch, wie das Argument „80 % fahren mit dem Auto zum Arzt“ ermittelt wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Weder die Zahl, noch eine dadurch erfolgte Entscheidung gegen das Ortszentrum.

 

Ich persönlich finde es sehr schade, wenn ältere Mitbüger/Innen – speziell aus dem Altenwohnheim – hier um eine Ihrer letzten Selbständigkeiten gebracht werden. Der Arztbesuch ist für die Betroffenen, denen es noch möglich ist, ein kurzer Spaziergang und ansonsten wird es für einen Arztbesuch für viele (Betreuer, Angehörige, … ) ein zusätzlicher Aufwand.

 

Hier sollten deshalb die Mitbürger ehrliche und nachvollziehbare Argumente bekommen, bevor erneut etwas Teures, Unrevidierbares geschaffen wird.

 

Bitte gerne wieder Infos an mich. Wie seht ihr das Thema?

 

Viele Grüße,

Alexander Reiter

 

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

 

Kommentar

Es fehlt an Ideen und politischem Engagement

Liest man obige Zuschrift, wird einmal mehr schnell klar, welch Murks mit einer Arztpraxis am Ortsrand droht. Die Zeilen von Alexander Reiter sind aber nur bezeichnend, denn es gibt wohl nur wenige Mitbürgerinnen und Mitbürger, die meinen, es sei in Zeiten wie diesen sinnvoll, innerorts noch mehr Verkehr zu erzeugen und dafür den Ortskern touristischen Investoren mit ihren zweifelhaften Geschäftspraktiken zu überlassen. Und somit werden die Worte eines Ötzers wohl treffend sein, der unlängst meinte: "Bei uns steht derzeit leider der Tourismus an allererster Stelle. Dann kommt lang lang nichts. Und erst ganz am Ende die einheimische Bevölkerung."

 

Was sich vor unseren Augen abspielt, ist leider ein politisches Versagen auf allen Linien. Wir haben hier bereits aufgelistet, welche sich seit acht Jahren bietenden Gelegenheiten für eine Arztpraxis in Zentrumsnähe nicht (!) genutzt wurden. Zuletzt sei auch noch die Frage aufgeworfen, ob sich die Gemeindeführung diese drei Optionen für eine Arztpraxis zumindest ansatzweise angesehen hat: Sie befinden sich allesamt in Apothekennähe, womit kurze Wege ohne zusätzlichen Verkehr gegeben (gewesen) wären.

 

  • Hat man sich bemüht, das Haus direkt links neben der Apotheke zu erwerben? Jenes, in dem heute die A Casa (siehe Randspalte rechts oben) residiert?

  • Hat man darüber geredet, das Santer Solar-Investorenprojekt im Garten der Alpenrose auf ein verträgliches Maß zurechtzustutzen und auf dem frei gewordenen Platz eine Arztlösung zu integrieren?

  • Hat man mit MPreis Kontakt aufgenommen? Jenem Betrieb, der sich der Nachhaltigkeit und der lokalen Bevölkerung verpflichtet fühlt? Wenn ja, was hat der gesagt? Kann er sich eine sinnvolle Aufstockung des Bestandsgebäudes für eine Arztpraxis vorstellen? Das wäre doch einmal ein innovativer Ansatz statt eine grüne Wiese zu opfern ...

Nichts von dem wird gemacht worden sein. Daher fordern wir die Gemeindeführung auf, alle bisherigen Bemühungen transparent auf den Tisch zu legen, sowie alle noch nicht geprüften Ideen genauestens unter die Lupe zu nehmen. 

 

Bernhard Stecher

(10.02.2020)


Feinstaub - auch in Ötz bereits ein brisantes Thema. Eine Info

Er war zuletzt in vielen Medien ein großes Thema: der Fein- staub. Und auch in privaten Diskussionen war dieser Begriff häufig zu hören. Quasi war er damit im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Aber: Was ist eigentlich Feinstaub und wie schaut es diesbe-züglich in Ötz mit der Belastung aus? Ein Bericht zur Informa- tion von DI Jürgen Handl.

Kommentar

Dank an die Helferlein!

Wenn wir heute in Ötz über ein Netz von digital abrufbaren Feinstaubmessgeräten verfügen, so kommt dieses natürlich nicht von alleine zustande. Der Dank vongeht daher an jene fleißigen Helferlein im Hintergrund, welche nicht nur in ihre eigene Tasche gegriffen, sondern auch einige Zeit in den Dienst der Allgemeinheit investiert haben. Das ist beileibe nicht selbstverständlich. Darum: Danke!

Bernhard Stecher


 

Entstehung und Einteilung von Feinstaub

 

Feinstaub sind kleinste Partikel die in natürlichen Quellen wie Vegetation (z.B. Pollenflug), Vulkane oder Waldbrände, aber auch in durch den Menschen verursachte Quellen entstehen. Hierunter fallen jegliche Verbrennungsprozesse (z.B. KFZ-Motoren, Heizen) oder auch mechanischen Abrieb (z.B. Reifen- oder Bremsabrieb).

Eine Unterteilung erfolgt nach Größe der Teilchen (1μm = 1/1000mm): PM10 mit einer Größe bis 10 μm, PM2,5 bis 2,5 μm und Ultrafeinstaub PM0,1 kleiner als 0,1 μm - diese werden auch Nanopartikel genannt. Messungen erfolgen u.a. mithilfe von Schwerkraft oder Lasern. Meist werden PM10 und manchmal auch PM2,5 gemessen, ultrafeinen Partikel PM0,1 nur in Spezialfällen (technisch aufwändig und sehr teuer).

 

Gefährlichkeit von Feinstaub

 

Für Deutschland ergeben sich etwa 47.000 durch Feinstaub verursachte vorzeitige Todesfälle, zum Vergleich - dort gibt es ca. 3.000 Verkehrstote. Das Risiko durch Feinstaubbelastung (frühzeitig) zu sterben ist somit über 15x höher als durch einen Verkehrsunfall. Bezüglich Lebenszeitverkürzung wird von etwa zwei Jahren gesprochen.

Je kleiner die Partikel, desto schlechter funktioniert die natürliche Filterung des Körpers. Teilchen kleiner PM2,5 können bis in die Lungenbläschen vordringen, wo der Stoffaus-tausch mit dem Blut stattfindet. Ultrafeine Partikel PM0,1 können auch direkt im Blut landen. Einmal im Blut (ob direkt oder durch Stoffaustausch), erreichen die Partikel/ Schadstoffe jedes Organ und können dort Schäden verursachen. Das führt zu einem erhöhten Risiko für u.a. Lungenentzündung, Asthma, Lungenkrebs, Schlaganfall, Störungen am Herzen bis hin zum Herzinfarkt, und noch einiges mehr.

 

Grenzwerte

 

· PM10: 50 μg/m³ - Tagesmittelwert; pro Kalenderjahr sind 25 Überschreitungen zulässig.

 

· PM10: 40 μg/m³ - Jahresmittelwert.

 

· PM2,5: 25 μg/m³ - Jahresmittelwert.

 

Die Welt-Gesundheitsorganisation WHO hält die europäischen Grenzwerte für viel zu hoch. Laut WHO sollte der Jahresmittelwert für PM10 max. 20 μg/m³ und der für PM2,5 sogar nur 10 μg/m³ betragen.

 

Feinstaubwerte in Ötz

 

Verkehr und Hausbrand (Heizen) spielen bei uns die größte Rolle, ersteres insbesondere an den verkehrsreichen winterlichen Schichtwechsel-Tagen (Samstage), zweiteres ist Temperaturabhängig (Wetterlage). Aufgrund der im Winter häufiger auftretenden Inversionswetterlagen, ist, auch wenn es sich um ein ländliches Gebiet handelt, die Feinstaubkonzentration unter Tags mit städtischem Gebiet durchaus vergleichbar. Inversionswetterlagen begünstigen eine Ansammlung von Feinstäuben und anderen Luftschadstoffen im Bereich des Talbodens, die dann auch dort bleiben. Ein Luftaus-tausch findet praktisch nicht statt.

 

Sensoren für Feinstaubmessungen, die wir in den letzten Monaten in Ötz angebracht haben, sind in folgender Karte zu sehen: Karte mit Feinstaubsensoren in Ötz. Da kann man sich mit Klick auf den Messpunkt und dann rechts auf die Sensornummer die Werte der letzten Stunden anschauen. An schlechten Tagen mit Inversionswetterlage sind Grenzwertüberschreitungen zu registrieren. Besonders schlecht waren die Werte zu Silvester. Spitzenwerte mit etwa dem 15-fachen (!!) der Werte unter Tags wurden erreicht. Ein Bericht hierzu wird folgen.

 

DI Jürgen Handl,

05.02.2020

 

Medienberichte, Quellen und Literaturangaben finden sich in dieser Langform:

 

Download
Feinstaub.pdf
Adobe Acrobat Dokument 111.8 KB

Nachschlag zur Serie Arzthaus (siehe weiter unten), ein Faktencheck: Was stimmt von dem, was BM Falke in der Krone sagt? (Der gesamte Artikel ist durch Klicken auf das linke Bild nachzulesen)

 

Falkes zwei Hauptaussagen:

 

1.) Die bisherigen Varianten in Zentrumsnähe seien "am Finanziellen gescheitert"

 

Diese Aussage ist unglaubwürdig, weil die ursprünglich angedachten Lösungen im neuen Gemeindehaus und am Zentrums-parkplatz sogar weniger gekostet hätten, weil man nicht, wie jetzt, extra Grund neu ankaufen hätte müssen. Dies wäre auch bei einer Arztpraxis-Lösung im derzeitigen Feuerwehrhaus der Fall. Dasselbe gilt für das ehemalige Tiwag-Gelände. Bzgl. der Lösung neben Kassls Brunnen gibt es die Geschichte, dass sich der Falke bei den  Verhandlungen verzockt habe und erst zu jenem Zeitpunkt den ausgeschriebenen Preis bieten wollte, als es bereits zu spät war. Das ist also eindeutig ein Verzocken und nicht ein Scheitern aus "finanziellen Gründen". Bleibt die riesige Investorenfläche am Örlachweg, dort, wo jetzt Tirols größtes Investorenmodell steht: Dabei hätte die Gemeinde halt so verhandeln müssen, dass für sie eine Ordination "abfällt", wenn Wohnanlagen genehmigt werden. Somit ist das Argument vom "Finanziellen" gesamt gesehen überhaupt nicht schlagkräftig und eindeutig ein Vortäuschen falscher Tatsachen.

 

2.) Bereits jetzt würden 80 % der Patienten mit dem Auto zur Arztpraxis kommen. Das sei "kein Argument"

 

Damit gibt BM Falke also zu, dass mit einer Praxis in Ortszentrumsnähe 20 % Verkehr im Vergleich zu seiner Lösung eingespart werden würden. Das wäre schon einmal einiges. In der Tat kommen aber laut anderen Schätzungen rund 40 % seiner Patienten zu Fuß in die Ordination. Somit würde BM Falke mit seiner Ortsrandlösung den Arzt-Verkehr fast verdoppeln, was in absoluten Zahlen ausgedrückt, pro Jahr mehrere Tausend Fahrten durch Ötz ausmacht.

 

Wird es BM Falke angesichts dieser Faktenlage noch einmal wagen, auch nur ansatz- weise anzudeuten, die Einheimischen sollten weniger fahren? Und: Wie war das jetzt noch einmal von wegen "kein Argument"?

 

(LÖ, 03.02.2020)

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

 

4. und letzte Folge: Wie jetzt Ötzer Vereine missbraucht werden um den politischen Murks rund um Einsatzzentrum und Arztpraxis zu vertuschen (Fortsetzung von unten)

 

Traurig, aber wahr: Weil die Klärung der Standortfrage rund um Einsatzzentrum und Arztpraxis einen politischen Verhau der Sonderklasse darstellt, einen Murks von vorne bis hinten, werden nun Ötzer Vereine vorgeschoben, um vom Versagen abzulenken.

 

 

Was bisher geschah:

- Neue Feuerwehrlösung im bisherigen Feuerwerhrhaus? Vermurkst, weil die darin befindlichen Wohnungen vor Jahren von der Gemeinde verkauft wurden
- Arztpraxis im neuen Gemeindehaus?
Vermurkst. Zwar war die im Architektenwett-bewerb so gefordert gewesen: Bei der Prämierung hat man sich allerdings nicht an die eigene Ausschreibung gehalten und jenes Projekt zum Sieger gekürt, das keine Arztpraxis enthalten hat

- Arztpraxis neben dem neuen Gemeindehaus? Zwar teuer geplant und großspurig angekündigt, aber ebenfalls vermurkst. Als Argument wird Parkplatzmangel vorgeschoben und das ausgerechnet am Zentrumsparkplatz

- Arztpraxis anstelle des alten Gemeindehauses? Vermurkst, weil verkauft

- Arztpraxis am ehemaligen Tiwag-Gelände? Vermurkst, weil dort "Mitarbeiter-wohnungen" errichtet werden

- Arztpraxis im derzeitigen Arzthaus? Vermurkst. Hier hätte mit einem kleinen Anbau leicht das Auslangen gefunden werden können – falls rechtzeitig angedacht

- Arztpraxis im noch-Feuerwehrhaus? Vermurkst, weil Wohungen verkauft wurden bzw. diese Variante nach Auszug der Feuerwehr gar nie angedacht wurde

- Einsatzzentrum und Arztpraxis am Örlachweg? Vermurkst, weil politisch verhindert. Investoren sind wichtiger

- Arzthaus im Dorfzentrum nahe Kassls Brunnen? Vermurkst, weil auch dort Investoren wichtiger sind

- Arzthaus anstelle etwa des ehemaligen Lixn-Stadls im Dorfzentrum beim Sennplatzl? Vermurkst, weil überhaupt nicht ins Auge gefasst

- Einsatzzentrum und Arztpraxis an jenem Standort, den die Feuerwehr für den besten hält? Vermurkst, weil unlängst in Tourismusgebiet umgewidmet und für den Fall von Feldring/Schafjoch bereits weiteren Investoren versprochen

- Einsatzzentrum und Arztpraxis im Moos? Vermurkst, weil nie angedacht

- Weitere andere Standorte? Vermurkst, weil nie auch nur anstatzweise ins Auge gefasst ...



Wie die Gemeindeführung nun die Vereine vorschiebt und Kameraden belügt?

 

  • FF-Kommandant Florian Gastl gibt in der Presse zu, dass Falkners Standort "zumindest nicht der schlechteste ist". Also wissen wir es nun genau: Grieß ist der zweitschlechteste! Der beste Standort ist allerdings bereits allfälligen Investoren versprochen falls die Erweiterung Hochötz-Kühtai kommt. Dazu wurde der Grund von Falke & Co kürzlich umgewidmet.
  • In diesem Zusammenhang erzählt man sich übrigens eine ganz und gar grauslige Geschichte. Ein altgedienter Feuerwehrmann habe den Falke gefragt, warum das Feuerwehrhaus nicht dorthin, also an den besten Standort, und zwar unterhalb der Hauptstraße und südlich vom Jay´s, käme. Die Antwort des Falken: "Das geht nicht, weil das rote Zone ist."

    Die Raumordnungsmappe zeigt freilich ganz etwas anderes das Gelände wurde kürzlich ... 

    ... vom Freiland zum Tourismusgebiet (ocker) erklärt:

 

  • Da wird der Falke doch nicht glatt auch seinen eigenen Feuerwehrkameraden angelogen haben?!

    Indes verrät jedenfalls Feuerwehrhauptmann Florian Gastl unverblümt, woher ihm als Gemeindeangestellten der Wind entgegenwehe: "Die Gemeinde schafft an!" Na super! Damit haben wir wenigstens die Garantie, dass hinter den Kulissen alles objektiv und ohne jeglichen Druck abgelaufen ist. Und deshalb haben Falke & Gastl auch nicht einmal eine zweite Variante für das Einsatzzentrum zur Abstimmung zugelassen. Das ist aber genau so, wie wenn man die Feuerwehr abstimmen lassen würde, ob jeder Einzelne weiter atmen oder ob man das einstellen solle.

  • Eine mögliche zweite Variante mit einem Einsatzzentrum am Liftparkplatz hat der Falke mit dem lächerlichen Argument zur Seite gewischt, diesen Platz brauche man "für die Parkflächen".

    Es ist halt schon ein arges Armutszeugnis, wenn sich ein Bürgermeister nicht ein- mal Folgendes nicht vorstellen kann: Errichtet man ein Parkhaus, sagen wir mit vier Etagen, dann haben auf der halben Fläche eineinhalb mal so viele Autos Platz wie bisher. Und auf der andere Hälfte, der freigewordenen, könnte man damit sogar ein riesen Einsatzzentrum machen ohne damit auch nur einen zusätzlichen Qua- dratmeter Grünland zu versiegeln ...

  • BM Falkner "teilt" in der TT "die Bedenken", dass sein Standort "vor allem für die ältere Bevölkerung, die derzeit großteils zu Fuß zur Arztpraxis kommt, schwer zu erreichen sei". Gut, was will man auch tun, außer solche Bedenken zu teilen?

    Außerdem entscheide ohnehin "letztendlich der Gemeinderat", versteckt sich Falkner nicht nur feige hinter Vereinen, sondern auch dem eigenen Kommunalparlament. Aber wenigstens lässt das einen vagen Hoffnungsschimmer zu! Manche werden sich vielleicht noch dunkel, aber dafür umso mehr mit hellster Freude an die Abstimmung zum klitzekleinen neuen Schigebiet Feldring/Schafjoch (rot) erinnern:

Nach eingehendster Diskussion und sorgfältigstem Abwägen der Für und Wider gab es ein denkbar knappes Ergebnis. Von den 15 stimmberechtigten Gemeinderäten enthielten sich natürlich all jene, welche befangen gewesen waren.
Nach eingehendster Diskussion und sorgfältigstem Abwägen der Für und Wider gab es ein denkbar knappes Ergebnis. Von den 15 stimmberechtigten Gemeinderäten enthielten sich natürlich all jene, welche befangen gewesen waren.

 

  • Dr. Larcher weist darauf hin, dass der "Standort außerhalb des Ortes eine Katastrophe ist. Die Praxis wäre nur mit dem Auto erreichbar". Was der Mediziner aber auch immer so penetrant in die Zukunft schauen muss!? (Womit wir wieder beim Beginn der Serie vom 24.01. angelangt wären und im Jahr 2012 (!), siehe unten).

 

Fazit

Investorenbuden sind der derzeitigen Gemeindeführung wichtiger als Wohnraum für Einheimische und eine Arztpraxis im Ortszentrum. Das war unter anderem am Örlach- weg so und ist unter anderem nun auch am ehemaligen Tiwag-Gelände der Fall. Das Ganze geht sogar so weit, dass der für das Einsatzzentrum beste Standort deshalb freigehalten wird, weil dort ebenfalls touristisch investiert werden soll, und zwar, falls Feldring/Schafjoch doch noch irgendwie zustande kommt.

 

Der Bergrettung ist es natürlich wurscht, wohin sie kommt. Sie hat auch nicht die Aufgabe, raumordnerisch tätig zu sein. Die Feuerwehr muss froh sein, wenn sie neue Räumlichkeiten erhält. Intensiveres Nachdenken wurde hinter den Kulissen erstickt, denn wer sagt, dass es nur eine Varianten geben muss?

Weil man sich weitere Varianten aber überhaupt nicht ernsthaft angeschaut hat, wurden beide Vereine letztlich nur dazu missbraucht, um Stimmung für das Projekt im Grieß zu machen.

 

Falke selbst, der eigentlich zuständig wäre, aber offensichtlich heillos überfordert ist, will, nachdem die Gemeinde 34 Jahre lang in Sachen Arzthaus keinen Finger gekrümmt hat, nachdem sie in den letzten acht Jahren (2012 - 2020) nachweislich nur gemurkst hat, jetzt doch noch schnell ein Ergebnis haben. Und so verwendet er halt die "Blaupause Skaterplatz". Hauptsache, bauen. Ob es Sinn macht egal. Kost´ ja nix.

 

Wir haben in Ötz ein Uralt-Gemeindehaus, ein "mittelalterliches" und ein neues. Damit ist auch bei anderen Sachen noch Luft nach oben. Bauen wir halt auch beim Feuerwehr- haus und bei der Arztpraxis alles doppelt und dreifach.

BM Falke hat es so formuliert: "Es braucht eine zukunftsgerichtete Lösung". Genau! Deshalb sollen sich auch die älteren Mitbürger künftig gefälligst zu Fuß durch ganz Ötz zur neuen Arztpraxis ans andere Ende des Ortes ins Grieß bewegen! Das schadet denen sicher nicht! Ötz, quo vadis?

 

(LÖ, 30.01.2020)

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

 

Folge 3: Was auch sonst noch rund um das Einsatzzentrum und die Arztpraxis  schief lief (Fortsetzung von unten)

 

  • Als Beweis, dass man wirklich voll und ganz an die eigene Mobilitätsstrategie glaubt, soll das Einsatzzentrum mit Arztpraxis nun exakt an jenen Ort gebaut werden, zu dem jeder Feuerwehrler hinfahren muss. Und, zählt man alle Fahrten zusammen, sogar weitaus am weitesten! Wäre ja auch zu einfach, wenn die Feuerwehr im Zentrum situiert bliebe und man kurze Wege hätte.

  • Auch der Umstand, dass mit Habichen und Au die größten Fraktionen am weitesten vom künftigen Einsatzzentrum entfernt sind, erleichtert die Entschei- dung für das Grieß ungemein.

  • Laut Tiroler Tageszeitung glaubt BM Falke die Bergrettung hinter seinen Plänen zu wissen. Blöderweise hat deren Obmann und Bruder des BM aber schon vorher erklärt, die Bergrettung könne mit jeder Lösung leben. Also erst recht mit einer besseren als der im Grieß.

  • Weil unserer, mittlerweile leider vollkommen zu einer "Flaniermeile" verkommenen Hauptstraße sonst gähnende Leere droht, sorgen im Ernstfall wenigstens die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr für ein wenig Belebung.

  • Nachdem es auch sonst bei einem Brand vielleicht gleich einmal langweilig werden könnte, vor allem, wenn die Feuerwehr rasch vor Ort ist, werden sich all jene küftig über ein zusätzliches Spannungsmoment freuen, die auf das Einsatzfahrzeug länger warten. Man hört das Folgetonhorn bereits aus weiterer Ferne, weiß, dass es gerade einen Stau gibt und erhält damit einen größeren Spannungsbogen.

  • Auch auf einen anderen Vorteil soll nicht vergessen werden. Weil mit der Ansiedelung einer Arztpraxis außerhalb des Ortszentrums bei uns im Zentrum alles beim Alten bleibt, muss dieses nicht revitalisiert werden! So kann man ihn bequem vor sich hingammeln lassen bzw. vielleicht doch noch irgendwie ein paar "Investoren" ködern, wie auch dieses Beispiel eindrucksvoll belegt:

 

Folge 4: Wie jetzt Ötzer Vereine missbraucht werden um den politischen Murks rund um Einsatzzentrum und Arztpraxis zu vertuschen erscheint am 30.01.

 

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

 Folge 2: Wie alles weiter ging (Fortsetzung von unten)

  • Peter Grüner, der am Örlachweg Wohnungen errichten möchte, wird 2017 unver-richteter Dinge wieder nach Hause geschickt. Man wolle auf seinem Gelände unbedingt eine touristische Nutzung haben, sagt man dem "Schützenkameraden" in der Gemeindestube. Und zwar, damit sich Feldring/Schafjoch rechne. Sonst drohe eigentlich nur leistbarer Wohnraum für junge Einheimische und möglicher- weise sogar eine Arztpraxis, die man hier leicht unterbringen könnte. Selbst, wenn das Ganze optisch verträglicher mit einem Block und jeweils einer Geschoßhöhe weniger ausgeführen würde.

    Eigentlich gar nicht auszudenken, welche Möglichkeiten sich am Örlachweg geboten hätten, wenn man auch noch das angrenzende Gelände des Feuerwehr-hauses zur gestalterischen Verfügung gehabt hätte: Gut, dass uns das erspart geblieben ist! Denn so sieht es jetzt mit den Investorenbuden viel, viel besser aus, als es sonst jemals aussehen hätte können. Es schaut jetzt auch genauso aus, wie zuvor in der Werbung beschrieben:

Aus der Werbung für das All Suite-Resorts ("Dunkelstein").
Aus der Werbung für das All Suite-Resorts ("Dunkelstein").

 

 

Und tatsächlich! Die Werbung, sie war kein leeres Geplausche! Die Gebäude lassen bereits in der Bauphase das versprochene "stilvolle Element inmitten ... "

 

 

 

 

... von Natur pur erkennen. Ganz rechts im Bild ist noch ein Anschnitt des direkt angrenzenden Feuerwehrhauses zu sehen. Somit fügt sich "das Projekt" dank der großartigen Weitsicht unserer örtlichen 1. Bauinstanz auch in der Realität wirklich ganz, ganz "großartig in diese beeindruckende Landschaft mit ihrem atemberaubenden 360°-Pano- rama ein" ...

 

 

 

 

Und natürlich tut dies Tirols größtes Investorenprojekt erst recht nach seiner Fertig-stellung! Gerade diese üppige Fülle an "Wildblumen inmitten des gemeinschaftlichen Obstgartens ... in dieser beindruckenden Landschaft"! Fast schon zu betörend das Ganze, wie man ganz deutlich auch auf dieser Aufnahme erkennen kann:

 

 

 

  • Ende 2019 startet in Ötz eine andere, ebenfalls von vorne bis hinten stimmige und durchdachte Aktion. Es beginnt die Mobilitätsstrategie. Im Saal Ez heißt es, man müsse jetzt innerorts möglichst jede Fahrt vermeiden, weil sonst die Sponsoren des Prozesses, der TVB und die Bergbahnen Sölden, Probleme bekämen. Zustimmend nickt unser Bürgermeister mit dem Kopf.

  • Kinder, wie schnell doch die Zeit vergeht! Wir schreiben das Jahr 2020. Vollkommen unerwartet und mit einer klitzekleinen Verzögerung von drei Jahren wird der Nachfolger von Dr. Larcher diesen Sommer seine Tätigkeit aufnehmen. Aber, kein Grund zur Panik! Wir haben noch genügend Zeit, die Standortfrage der Arztpraxis eingehend zu erörtern. Sind ja immerhin noch vier Monate bis dorthin. Da geht sich auch ein Bau noch leicht aus. In China bauen sie jetzt sogar ganze Kranken-häuser, und das in nur zwei Wochen ...

  • Erleichtert wird die Klärung der Standortfrage für das Einsatzzentrum durch das Wissen, dass der Neubau am Zentrumsparkplatz nicht (!) möglich ist. Nicht mehr möglich ist er auch an einem anderen für eine Arztpraxis idealen Standort, dem ehemaligen Tiwag-Areal. Dort entstehen gerade die unbedingt notwendigen und heiß begehrten "Mitarbeiterwohnungen". Und von dort hätte man auch noch zu Fuß zur Apotheke gehen können (siehe Mobilitätsstrategie). Weil darüberhinaus auch das bestehende Feuerwehrhaus für einen Arztpraxis-Umbau ausscheidet, redu- ziert sich das Auswahlspektrum von alleine. Das erleichtert die Entscheidung.

  • In der Presse erklärt BM Falkner, man habe beim derzeitigen Feuerwehrhaus "räumlich keine Kapazitäten mehr". Tja, wirklich blöd, wenn einem dort ausgerechnet das große politische Vorbild und damit auch der eigene Amtsvorgänger mit dem Verkauf der Wohnungen an privat jeden Handlungsspielraum genommen hat:
Fotos: Feuerwehr Ötz
Fotos: Feuerwehr Ötz

 

Folge 3: Was auch sonst noch rund um das Einsatzzentrum und die Arztpraxis schief lief erscheint am 28.01.

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Zentrum an der Peripherie? Der Murks um Arztpraxis & Co

Von wegen Einsatzzentrum! Eher Einsatzperipherie! Also auf gut Deutsch: Schon wieder ein Verhau. Genau wie beim Skaterplatz. Erneut etwas Verpfuschtes nur diesmal in Groß? Man erinnert sich: Da wurde in Ötz ein Skaterplatz gebaut, obwohl die Jugendlichen dagegen waren. Er wurde gebaut, obwohl manche Erwachsene skeptisch waren. Nun dient er als Lagerplatz. Und jetzt beim geplanten Einsatzzentrum mit Arztpraxis erneut dieselbe Planlosigkeit in Grün?

 

Die Dokumentation des Unglaublichen: Warum ein Einsatzzentrum und eine dazugehörige Arztpraxis nicht ins Zentrum gebaut werden sollen, wo sie hingehören, sondern ausrechnet an den am allerschlechtesten erreichbaren Ortsrand. Eine mehrteilige Serie.

 

Dazu bereits erschienen in der TT:

 

 

 

Teil 1: Was bisher geschah -

 

  • Jochl Grießer verscherbelt während seiner Amtszeit die Wohnungen im Feuer-wehrhaus. Die Begründung, versehen mit einem Anspruch auf Weitsicht: Das Feuerwehrhaus sei für viele Generationen ausreichend dimensioniert und deshalb wäre es egal, wenn sich die Wohnungen bald in Privatbesitz befinden würden. Die Gemeinde müsse hier niemals mehr baulich tätig werden und sei damit auch nicht auf die Zustimmung der Wohnungsinhaber angewiesen.
  • Arzt Dr. Larcher informiert im Jahr 2012 die Gemeinde, dass er mit 31.12.2017 (!) in Pension gehen werde. Für diesen Fall müsse vorgesorgt sein. BM Falke nickt mit dem Kopf.
  • 2013 enthält die Ausschreibung des Architektenwettbewerbes zum Neubau des Gemeindehauses eine Bedingung eine ganz besondere Bedingung: das Gemeindehaus muss eine Arztpraxis enthalten.

  • Zielsicher wird anschließend jenes Projekt zum Sieger gekürt, das als einziges keine (!) Arztpraxis vorsieht.
  • Dafür wird in der Wahlwerbung 2016 der Bau eines eigenen Arzthauses am Zentrumsparkplatz versprochen, das so aussehen hätte sollen und mit vollmundi- gen Worten beschrieben wird (" ... Haben wir vorausgedacht ... Plan liegt in der Schublade ... sämtliche Anschlüsse usw. sind bereits vorbereitet"):

 

 


Folge 2: Wie alles weiter ging
erscheint am 26.01.

 

(LÖ, 24.01.2020)


Gute Nachricht 13 1/2: "2030" angeleiert. Leider arschlig.

Es hätte eine eigenständige Nummer sein können. Es hätte die "Gute Nachricht Nr. 14" sein können. So aber ist es nur "13 1/2". Und zwar, weil man es wieder einmal nur arschlig angeht. Leider.

 

Vor vier Jahren hat dynamoetz an dieser Stelle angeregt, man müsse sich in Ötz unbedingt einmal konkret Gedanken über die Zukunft des Ortes machen. Nicht immer nur in den Tag hineinleben und das ausführen, was einem gewisse Herren gerade ins Ohr flüstern. Vorgestellt wurde dazu die Zukunftsstrategie "Ötz 2030", eine Anregung zum Erstellen eines Leitbildes. Einige Ausschnitte:

 

 

 

 

Nach dieser Veröffentlichung kam es, wie es in Ötz halt leider immer der Fall ist: BM Falke steckte seinen Kopf in den Sand. Kein Muh und kein Mäh. Kein "Das-ist-eine-gute-Idee", kein "Das-ist-eine-schlechte-Idee". Kein "Komm,-lass-uns-darüber-reden,-da-steckt-vielleicht-was-drinnen." Dies allerdings nur, um "Ötz 2030" vier Jahre später ohne Genierer als eigene Erfindung aus dem Hut zu zaubern. Aus dem Gemeinderats-protokoll:

 

 

 

 

Initiative leider nicht konsequent zu Ende gedacht

 

So sehr es lobenswert ist, wenn man sich in Ötz endlich einmal auch Gedanken über die Zukunft macht, so sehr ist leider die Art und Weise, wie dies gemacht werden soll, kritisch zu hinterfragen.

 

Was sofort ins Auge sticht: Statt vorbehaltlos zu diskutieren und auf breiter Basis, ist der Fokus schon wieder nur auf eine bestimmte Zielgruppe ausgerichtet! Wieder einmal werden "Wirtschaft und Tourismus" das Sagen haben.

 

So wurde, dazupassend, der Auftrag zur Prozessleitung gleich einmal ausgerechnet an eine Firma übergeben, welche noch keinen einzigen Ortsentwicklungsprozess vorweisen kann, sondern auf die Übergabe von touristischen Betrieben (!) spezialisiert ist. Womit wir aber leider auch bereits das Endergebnis von "Ötz 2030" kennen: All das, was zuletzt vermurkst worden ist, Stichwörter Feldring/Schafjoch, Investorenmodelle, Verkehr etc., wird gutgeheißen werden. Man werde im Dienste des Fortschritts auch unbedingt so weiter machen müssen, wird es heißen. Muss es heißen, denn sonst würde man ja zugeben, welchen Mist man gebaut hat.

 

Fazit: Gut angefangen, denn "Ötz 2030" hätte es schon lange gebraucht. Aber leider arschlig zu Ende gedacht.

 

Dabei wäre es so einfach

 

Wann wird man in Ötz kapieren, dass man keine großartigen Moderatoren für derartige Prozesse braucht, die einem das Blaue vom Himmel herunter vorschwafeln oder nur das durchzudrücken versuchen, was die Auftraggeber wollen, siehe Bauchfleck Beirat Zukunft, siehe Bauchfleck Mobilitätsstrategie?

 

Wann wird man sich in Ötz einfach einmal ohne Hintergedanken mit der Bevölkerung (!) zusammensetzen und vernünftig miteinander reden? Wann wird man endlich den Ötzerinnen und Ötzern zuhören? Wann begibt man sich damit auch einmal aus seiner eigenen Blase heraus und vernimmt vorbehaltlos die Meinung anderer? Das kann doch, bitte, wirklich nicht so schwer sein!   Und das wäre dann auch eine ganze "Gute Idee" und nicht nur eine halbe.

 

(best, 19.01.2020)


Mitarbeiterwohnungen – gibt es größere Probleme?

Zum Thema Mitarbeiterwohnungen am ehemaligen Tiwag-Areal sind bereits mehrere Zuschriften und Informationen eingelangt, die sich grundsätzlich decken. Danke dafür! Allerdings werfen diese eher weitere Fragen auf, als die vorhande- nen zu beantworten.

 

Den uns nun vorliegenden Nachrichten zufolge soll es hinter den Kulissen größere Probleme geben. Die Ursache dafür sollen die Größen der Einheiten sein, die mit rund 36 Quadratmetern festgelegt sein sollen. Es sei aber laut Gesetz lediglich für arbeits-platznahe Dienstwohnungen bis zu 30 m² möglich, kein Sachbezug anzusetzen. Bei einer Wohnungsgröße zwischen 30 m² und 40 m² gelte ein bereits um 35 % reduzierter, weshalb die Unternehmer tiefer in die eigene Kasse greifen müssten als ursprünglich gedacht. Aufgrund dieser steuerlichen Nachteile sollen nun einige der potentiellen Käufer aus dem Gastro- und Hotellerie-Bereich einen Rückzieher gemacht haben. Dafür sollen die Mitarbeiterwohnungen plötzlich nun allen Ötzer Gewerbetreibenden zur Verfügung stehen. Einem Gerücht zufolge sollen sie bereits einem Einzelunternehmern angeboten werden sein, und zwar mit dem Hinweis, „er könne diese ja für sich selbst nützen“. Sollte dies stimmen, so könnten die Probleme tatsächlich gravierender sein als bisher angenommen.

 

Ziemlich erbost zeigte sich ein anderer Leser über die Aussage, dass das gesamte Projekt am ehemaligen Tiwag-Areal ohne Mitarbeiterwohnungen gar nicht finanzierbar gewesen sei. Das stünde zwar auch so auf der Gemeindehomepage, …

 

 

… sei allerdings „erstunken und erlogen“. Das eine habe mit dem anderen nämlich gar nichts zu tun, das wisse der Informant genau, sagte er, und dazu brauche man nur ähnliche Beispiele in anderen Gemeinden anschauen, für die es keine Mitarbeiter-wohnungen brauche. Auch habe man in Ötz bereits ein WE-Gebäude stehen und in diesem sei ebenfalls keine einzige Mitarbeiterwohnung zu finden. „Demnach ist dieses Argument reine Augenauswischerei, mit dessen Hilfe man die Mitarbeiterwohnungen schönreden wollte“, so der aufgebrachte Leser.

 

Uns ist es nicht möglich, alle Informationen und Gerüchte auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. Gefragt wäre jetzt dafür, und das regen wir von hiermit an, eine offene und ehrliche Informationspolitik seitens der Gemeinde.

 

(LÖ, 14.01.2020)


Wie ist das eigentlich mit den Mitarbeiterwohnungen?

Aus einer Zuschrift an dynamoetz:

 

"Ich habe einige Fragen zu diesem Thema, vielleicht kann diese jemand beantworten:

1.) Wie heißen die Betriebe, die hier Mitarbeiterwohnungen erhalten?

2.) Sind diese Betriebe zufällig auch im Gemeinderat vertreten?

3.) Nachdem es sich um Gemeindegrund handelt, der hier verwendet wird, also um Gemeindevermögen, das vom öffentlichen in den privaten Bereich verschoben wird, wer war an dieser Entscheidungsfindung beteiligt?

4.) Ist sichergestellt, dass diese Mitarbeiterwohnungen auch wirklich an jenen Betrieb dauernhaft gebunden sind, auf den sie jetzt ausgestellt werden? Sonst könnte der Fall eintreten, dass sich ein Unternehmer in einigen Jahren in die Rente begibt und sich statt Mitarbeiterwohnungen für den Betrieb plötzlich ein Mietshaus zu seiner freien Verfügung in seinem Privatbesitz befindet."

 

(LÖ, 12.01.2020)


Die Anregung zu einem Plebiszit zu Ötztal-Pitztal

Weil es ein Unding ist, dass verkehrsgeplagte Ötzerinnen und Ötzer im Genehmigungs-verfahren nicht mitreden dürfen, aber Investorenmodellbesitzer in Mandarfen, die allerdings wiederum nichts sagen werden, weil sie dann Probleme mit ihrem Invest bekommen könnten, hatte dynamoetz eine Volksbefragung über die Gletscherehe Ötztal-Pitztal angeregt. 

 

Die NEOS haben diese Idee jetzt auch aufgegriffen:

 

 

(best, 11.01.2020)