Verkehr: "LÖ" und "Greither" ergriffen die Initiative

Mit dem Nachmalen des 50er-Zeichens wurde auf der Kühtaierstraße bereits innerhalb kürzester Zeit ein erster Erfolg erzielt. Weitere Maßnahmen erscheinen durchaus realistisch.
Mit dem Nachmalen des 50er-Zeichens wurde auf der Kühtaierstraße bereits innerhalb kürzester Zeit ein erster Erfolg erzielt. Weitere Maßnahmen erscheinen durchaus realistisch.

 

Wenn andere schon nichts tun, dann stellen wir uns eben selbst auf di Hintrfiaß! Das dachten sich wohl auch mehr als 80 Greitherinnen und Greither und schlossen sich mit ihrer Unterschrift einer Verkehrs-Petition von Lebenswertes Ötz (LÖ) an.

 

 

 

Die Petition der Bürgerinitiative war an das Baubezirksamt Imst gerichtet und brachte eine sofortige Reaktion mit sich. Der Leiter des BBA versprach aber auch darüber hinaus gehende, volle Unterstützung.

 

Gestartet am 17. Juni, wurde die Unterschriften-Petition um den 10. Juli an das Baubezirksamt Imst geschickt. Nicht einmal eine Woche nach Einlangen in Imst gab es bereits gestern (17. Juli) die erste Sofortmaßnahme: Ein in dem Antrag angeregtes Nachmalen der 50er-Beschränkung auf der Kühtaierstraße! (Bild oben). Lediglich ein Monat von Petitionsbeginn bis zu einer ersten Ausführung ...

 

Ein großes Lob und höchste Anerkennung für das schnelle Handeln gebührt Günter Heppke. Der Leiter des Imster Baubezirksamtes meldete sich auch telefonisch und versprach, alles in seiner Macht Stehende zu unternehmen, um auch die weiteren von uns angeregten Maßnahmen wie Zebrastreifen und Radarkasten in die Tat umsetzen zu können. (Da spreche noch einmal einer von einer trägen Beamtenschaft!). Dazu soll es gleich in der kommenden Kalenderwoche (30.) eine Begehung mit Bürgermeister Falkner und einem Vertreter der Bezirkshauptmannschaft Imst geben, von denen die weiteren Maßnahmen ebenfalls abhängig sind.

 

Wir bleiben am Ball und werden die Interessen der Greitherinnen und Greither weiterhin engagiert vertreten. Selbstverständlich werden wir auch aktuell von den nun folgenden Ereignissen berichten, falls nötig, natürlich kritisch. Wie versprochen: Eure Unterschrift ist unser Auftrag!

 

Lebenswertes Ötz Wir tun was!

 

(best, 18.07.2019)

Ps. Nachdem uns auch die Anwohner der Hauptstraße am südlichen Ortsausgang sowie des Angerweges ihr Leid geklagt haben auch für sie eine gute Nachricht: Der bestehende Radarkasten wird mittelfristig gegen ein modernes Lasergerät getauscht, das dann die Geschwindigkeiten der Fahrzeuge in beide Richtungen erfasst. Damit sind die "Raketenstarts" vom Kreisverkehr weg in Richtung Tal schon einmal passé. Warum sich allerdings unsere Gemeindeführung, wie uns zu Ohren kommen musste, gegen die Errichtung eines Zebrastreifens beim Übergang vom Brandachweg zum Feuerwehrhaus ausgesprochen hat (Spaziergänger, Wanderer, Schifahrer, Radfahrer, ...), das muss bei Gelegenheit noch einmal näher erläutert werden: Und auf diese Erklärung sind wir durchaus gespannt. Ist es bereits so weit, dass die Richtung Hintertal Durchbrausenden wichtiger sind als die kleinen, "mittelalterlichen" und älteren Ötzerinnen und Ötzer sowie deren Gäste?

 

 

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Beirat und andere Themen: Um es zu präzisieren

 

Der Eintrag von gestern (16.06.2019) bedarf einer kleinen Präszisierung. In besagter Blog-Notiz war die Rede davon, der Antrag an den Beirat Zukunft sei "angenommen" worden. Das ist formell natürlich nicht ganz richtig: Ein Antrag kann erst dann "angenommen" sein, wenn über ihn befunden wurde. Insofern hätte es besser heißen müssen, die "Tourismusaffinen" hätten ihre Bereitschaft signalisiert, ihn anzunehmen. Allein das ist aber für uns bereits Hinweis genug und wir ziehen uns nach einem kleinen Nadelstich (siehe Beitrag 03.07./10.07.2019) wieder auf den Standpunkt von konstruktiven Beirats-Mitgliedern zurück.

 

So lange wir das Gefühl haben, die Sache "Lift" wird nicht zu einseitig, werden wir hier auch nicht weiter kritisch berichten, sondern im Stile der zum Beirat eingeladenen Presse, also objektiv. Widerrede gibt es dagegen, wie bereits erwähnt, bei anderen Vorhaben, welche die Gemeinde betreffen: Verkehr, Investorenmodelle etc. Hier findet in Ötz kein demokratischer Prozess statt, weshalb wir die Rolle einer außergemeinderatlichen Opposition einnehmen. Somit gibt es dann auch bei uns eine Rede (= Taten und Vorhaben des leider-Einheitsbrei-Gemeinderates) und die in demokratischen Abläufen so wichtige Gegenrede (= unseren Standpunkt), womit sich jede Leserin und jeder Leser selbst gut ein Bild von der jeweiligen Sache machen kann. Es sind somit beide Seiten beleuchtet, so, wie es in einer funktionierenden Demokratie halt der Fall sein sollte. Die Zeiten einer einseitigen Darstellung sind derzeit jedenfalls vorbei.

 

(best, 17.07.2019)


Beiratsantrag angenommen und etwas in eigener Sache

 

Untenstehender Antrag an den "Beirat Zukunft" vom 12.07. wurde angenommen. Man einigte sich darauf, dass es am 23. Juli zu einer eher kürzeren Replik der "Tourismusaffinen" kommen wird, welche bei der übernächsten Sitzung ihre (etwas längere) Fortsetzung finden soll. Dieser Umstand zeigt, dass die Selbstregulierung der Gruppe funktioniert und die demokratischen Spielregeln weiterhin eingehalten werden. Seinen positiven Beitrag dazu leistete auch Moderator Ulrich Müller.

 

In eigener Sache: Lebenswertes Ötz hat sich, weil dies bei uns komplett fehlt, u.a. auch der Einnahme einer politischen Oppositionsrolle verschrieben. Dies erachten wir deshalb als sehr wesentlich, weil sonst der notwendige politische Diskurs in unserer Heimatgemeinde komplett fehlen würde. Unsererseits trachten wir aber genau danach, zu differenzieren: So veröffentlichen wir, weil im Beirat befindlich (in dem ein reger Gedankenaustausch auf Augenhöhe stattfindet), auf dieser Seite bis zu einem hoffentlich für alle Seiten gedeihlichen Abschluss zum Thema "Schigebiet" selbst überhaupt nichts. Wohl aber melden wir uns zu Wort, wenn allgemeine Abläufe im Beirat aus dem Ruder zu laufen drohen oder andere Themen gestreift werden, die uns wichtig erscheinen.

 

Bei darüber hinaus wichtigen Belangen vertreten wir natürlich weiterhin mit Überzeugung unsere Meinung. Auch wenn dies dem einen oder anderen vielleicht nicht lieb ist. Für (Gemeinde-)Politiker gilt aber: Die Spielregeln einer jeden Demokratie beachten! Nur weil wir irgendwo dabeisitzen, lassen wir uns noch lange nicht unsere sonstige Meinung "abkaufen". Wir tragen bewusst keine "Politik" in den Beirat, gehen aber auch davon aus, dass dies alles natürlich keine "Einbahnstraße" ist.

 

(best, 16.07.2019)


Zwei schaurig-aktuelle Themen aus dem Gemeinderat

Ursprünglich hätte im neuen Gemeindehaus auch eine Arztpraxis Platz finden sollen. Später hieß es, man wolle diese anbauen. Platz schien in Blickrichtung dieses Aufnahmestandpunktes genügend vorhanden.
Ursprünglich hätte im neuen Gemeindehaus auch eine Arztpraxis Platz finden sollen. Später hieß es, man wolle diese anbauen. Platz schien in Blickrichtung dieses Aufnahmestandpunktes genügend vorhanden.

 

***

Aus der Aufgabenstellung des Architektenwettbewerbes: Diese hatte klar und deutlich eine "Arztpraxis ohne Raumstruktur" vorgesehen.
Aus der Aufgabenstellung des Architektenwettbewerbes: Diese hatte klar und deutlich eine "Arztpraxis ohne Raumstruktur" vorgesehen.

 

***

 

Es schaut so aus, als stolpere die Ötzer Gemeindepolitik derzeit von einer Peinlichkeit in die andere. Zwei Beispiele aus der jüngsten Gemeinderatssitzung.

 

1. Reitstall

Rückblende: Vor drei Jahren stellte Bgm. Falkner (Bürgerliste) einem Ötzer Unternehmer in Aussicht, er könne am Beerweg einen Reitstall errichten. Der Unternehmer erwarb daraufhin mehrere Parzellen. Jetzt kam es zur Abstimmung. Das Ergebnis? Alle Gemeinderäte (inkl. Bürgermeister) dagegen: Einstimmig dagegen!

 

2. Arzthaus

Auch hier zunächst eine kleine Rückblende: Vor dem Bau des nicht gerade billigen Gemeindehauses (2016) hatte es einen Architektenwettbewerb gegeben. Dieser sah auch die Errichtung einer Arztpraxis vor. Und wer ging dabei als Sieger hervor? Genau jenes Projekt, das als einziges keine (!) Arztpraxis vorsah: "Wir haben aber eh die Anschlüsse im Keller für einen späteren Anbau hinausstehen lassen" ...

 

Nun sollte diese Ordination gebaut werden, weil Dr. Larcher kommendes Jahr in Pension geht. Die Arzträume sollten also, wie es die zwischenzeitliche Strategie vorsah, an das bestehenden Gemeindehaus drangebaut werden. Blöderweise stellte sich jetzt heraus, dass dafür leider zu wenig Platz vorhanden ist ...

 

Schilda? Ötzer Gemeindepolitik halt? Irgendwie dumm gelaufen? Oder doch nur die offizielle Version?

 

Jedenfalls schaut es hinter den Kulissen wieder einmal anders aus. Und dieser bis heute geheime, allerneueste Plan hat, wie könnte es derzeit auch anders sein, einmal mehr mit einem Investor zu tun!

 

Das ist dann schon einmal cool. Denn ohne Investor scheint dieser Tage bei uns überhaupt nichts mehr zu gehen. Also soll dieser in "Handles Wiese" tätig werden, dort ein Großprojekt inkl. Arztpraxis realisieren und anschließend Miete verlangen können, so wie ihm dies in den Sinn kommt.

 

Wer hat, der tut. Wer nicht hat, der wurschtelt einfach konzeptlos vor sich hin. So könnte man den bisherige Kenntnisstand mit dem Hinweis auf die mittlerweile bekannt-schludrige-Art der aktuellen Gemeindeführung abtun. Wenn da nicht auch noch zwei Dinge wären, die uns ordentlich auf den Kopf fallen könnten.

 

1.) Dadurch, dass man jetzt die Absicht über Bord wirft, an das bestehende Gemeindehaus anzudocken, fällt die Gemeinde endgültig aus dem Rahmen der Ausschreibung für den Architektenwettbewerb. Bisher war man durch die angekündigte zweite Baustufe noch am Rande der Legalität. Das neue Vorgehen mit dem Plan für einen eigenen Baukörper ermöglicht nun aber den Teilnehmern am Architektenwettbewerb das Recht, ihre Ansprüche einzuklagen. Somit stehen saftige Foderungen im Raum.

 

2.) In nahezu jeder Gemeinde des weiteren und näheren Umkreises ist man, weil nicht leicht zu finden, froh, wenn sich ein Kassenarzt ansiedelt. Deshalb stellt jede Kommune auch gerne die Räumlichkeiten zur Verfügung (siehe Beispiel Sautens), mit denen langfristig geplant werden kann. Eigentlich wäre Selbiges auch bei der Nachfolge von Dr. Larcher so vorgesehen gewesen (siehe Ausschreibung Architektenwettbewerb). Allerdings wurde dies alles jetzt endgültig über den Haufen geworfen: Der neue praktische Arzt soll sich einfach dem Investor und dessen Interesse an einem möglichst großem Profit in den Rachen schmeißen ...

 

Wenn sich die Gemeinde dabei nur nicht "verkühlt"! Denn die allseits gefragten jungen Kassenärzte können derzeit ihren künftigen Standort aus vielen Angeboten auswählen. Selbst in der näheren Umgebung sind mit Kühtai und Gurgl im Sinne der work-life-balance gar keine uninteressanten dabei ...   

 

Es wird interessant zu beobachten bleiben, wie unsere Gemeindeführung auch bei diesen beiden Themen zielgerichtet weiterwurschtelt. Im Zickzack. Klarer Plan ist jedenfalls keiner zu erkennen.

 

(adme/best, 15.07.2019) 


Ein Antrag an Beirat "Zukunft" zur Beteiligung aller

Im "Beirat Zukunft" sollten sich eigentlich alle vorrangig Gedanken um die Zukunft machen. So verspricht es jedenfalls der Name. Foto: ©DieFotografen
Im "Beirat Zukunft" sollten sich eigentlich alle vorrangig Gedanken um die Zukunft machen. So verspricht es jedenfalls der Name. Foto: ©DieFotografen

 

ANTRAG:

 

Getrieben von der Sorge, weitere Mitglieder könnten enttäuscht den Beirat verlassen, halten wir es für wichtig, um nicht zu sagen unumgänglich, dass nun die Projektwerber und Touristiker in der nächsten Sitzung ihre Ideen und Gedanken für die zukünftige Gestaltung der Region unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltig- und Umweltfreundlichkeit präsentieren und offenlegen. Besonders in der letzten Sitzung wurde der Eindruck erweckt, man entferne sich von dem in der ersten Sitzung in Haiming gemeinsam gesetzten Ziel, der „Nachhaltigen naturverträglichen Entwicklung der Region“. Die Gründung des Beirats sollte eigentlich einen Neustart signalisieren, tatsächlich wird aber hauptsächlich Vergangenheitsbewältigung betrieben bzw. werden seitens der Projektwerber jeweils lediglich abgeschlossene Vorhaben ins Treffen geführt. Das ist entschieden zu wenig. Es ist daher allerhöchste Zeit, über konkrete Maßnahmen oder zumindest über Visionen für die Zukunft zu sprechen, um nicht unnötig Zeit und Geld zu verschwenden. Langfristig gesehen möge der Beirat zur Absicherung der eigenen Nachhaltigkeit auch ein Strategiepapier erarbeiten, das den drei Gemeinden als Memorandum überreicht werden kann.

 

Dieser Antrag wird unterstützt von: Liliana Dagostin, Gerd Estermann, Ernst Gabl, Heiner Haid, Alexandra Harrasser, Petra Hofmann, Daniela Holaus, Reinhard Holaus, Süleyman Kilic, Desiree Kopp, Adi Meierkord, Wolfgang Neurauter, Michaela Ofner, Thomas Praxmarer, Bernhard Stecher, Hanspeter Schrott, Markus Welzl, Alexandra Zollitsch

 

(best, 12.07.2019)

 

***

Anm.: In einer ersten Reaktion in Form einer Aussendung sprechen die "tourismusaffinen" Teilnehmer von "Sorge um das Wohlergehen künftiger Generationen" etc. Das hört sich zwar gut, aber gleichzeitig schon wieder äußerst vage an. Um es daher auf den Punkt zu bringen: Uns Antragstellern wird es in den kommenden Sitzungen entschieden zu wenig sein, wenn seitens der "Tourismusaffinen" (weiterhin) nur über einen möglichen lifttechnischen Zusammenschluss geredet wird.

 

(best, 13.07.2019)


Wenn sie überall um uns herum die Zeichen erkennen

 

Zum Thema Beirat Zukunft hat uns eine Stellungnahme eines Ötzer Unternehmers erreicht. Er habe das Geschehen der jüngeren Vergangenheit mit Interesse verfolgt, schreibt er, und ihn hätten unlängst diese Zeilen erreicht:

 

 

„Es geht nicht in erster Linie um Tourismusdestinationen, die die Ansprüche unserer Gäste erfüllen, sondern um qualitätsvolle Lebensräume, in denen sich Gäste und Bevölkerung gleichermaßen wohlfühlen.

Wie schafft es die Branche, diese Lebensräume (wieder) zu schaffen und die Bevölkerung mit ins Boot zu holen?

Wohin entwickelt sich der Tourismus im Alpenraum? Gilt das Motto ,Schneller, weiter, höher´ noch?"

 

 

Der Text stamme aus einer Einladung zu den Seefelder Tourismusgesprächen (https://seefelder-gespraeche.at/), so der Ötzer Unternehmer, und er wolle fragen, ob man sich im Beirat Zukunft nicht auch gerade mit derartigen Themen beschäftige. Jedenfalls sei dies wohl unsere "Wellenlänge", während wir "sonst" wohl auf nicht viel positive Ötzer Resonanz stoßen würden. Wie das zu sehen sei?

 

Unsere Antwort, die Antwort von Lebenswertes Ötz:

 

 

Werter Ötzer Unternehmer!

 

Zunächst einmal vielen herzlichen Dank für die Zuschrift. Sie freut uns, weil sie einen Vertrauensvorschuss mit sich bringt. Wir erhalten derzeit sehr viele Rückmeldungen und Anregungen, jede einzelne zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.


Bzgl. "deiner" Zeilen: Sie könnten genauso gut von uns stammen, das stimmt, wir vertreten im Beirat eine ganz ähnliche Meinung. Aus Ötzer Sicht scheint es manchmal aber in der Tat so, als würden wir alleine auf weiter Flur stehen. Andererseits hat sich bei der jüngsten Beiratssitzung der Bürgermeister und Tourismusobmann von Werfenweng eifrig Notizen gemacht und anschließend auch unsere Inputs sehr gelobt, z.B. die Idee mit den Bergbahnen die weltweit erste Auszeichnung als "Klimapartner" anzustreben. Deshalb würde es uns auch gar nicht wundern, wenn Werfenweng derartige Ideen umsetzen würde. Insofern wären unsere Intentionen dann auch zwar umsonst, aber nicht vergeblich gewesen ...

 

Für uns ist es im Beirat manchmal auch deshalb frustrierend, weil wir hier in der direkten Gegenüberstellung die frappierenden Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden erkennen müssen. So ist etwa Photovoltaik auf den öffentlichen Gebäuden in Haiming längst eine Selbstverständlichkeit und auch der Silzer Bürgermeister konnte freudestrahlend darüber berichteten, dass bei ihnen bereits seit fünf Jahren "alles bestückt" sei. In Ötz ist derweil noch nicht einmal ein einziges Modul zur umweltfreundlichen Stramerzeugung irgendwo montiert worden. Dabei böten sich gerade hier solch wunderbare Flächen an:

 

Die Dachfläche der Talstation wäre außerordentlich gut zur PV-Stromerzeugung geeignet. Dies nicht zu tun, oder die Fläche nicht einmal zu verpachten, gleicht einer Verschleuderung von Ressourcen.
Die Dachfläche der Talstation wäre außerordentlich gut zur PV-Stromerzeugung geeignet. Dies nicht zu tun, oder die Fläche nicht einmal zu verpachten, gleicht einer Verschleuderung von Ressourcen.
Auch auf den Dächern des Schulkomplexes findet sich nicht einmal ein einziges PV-Modul. Dabei sind hier die Flächen ebenfalls sehr gut Richtung Sonne ausgerichtet.
Auch auf den Dächern des Schulkomplexes findet sich nicht einmal ein einziges PV-Modul. Dabei sind hier die Flächen ebenfalls sehr gut Richtung Sonne ausgerichtet.

 

Während andere also längst gehandelt haben, redet man sich bei uns darauf hinaus, das sei "nicht rentabel". Blödsinn! Schwachsinn! Selten so einen Topfen gehört! Würden andere Gemeinden und Großunternehmen wie Interspar und MPreis mit ihren Photovoltaik-Bestrebungen das Geld zum Fenster hinausschmeißen? Wohl sicher nicht.

 

"Natürlich" gibt es auch in der Nachbargemeinde Umhausen auf dem Schulgebäude eine Anlage, dessen Leistung im Inneren des Schulgebäudes auf einer Anzeige nachverfolgt werden kann, damit das Interesse weckt sowie zu interessanten Rechenexempeln anregt.

 

Wir von Lebenswertes Ötz können immer nur auf derartige Missstände aufmerksam machen und haben dies natürlich bereits vor Jahren getan (hier nachzulesen). Geschehen ist in diesem Punkt aber bislang nichts, sieht man einmal von der Einsetzung eines eigenen "Energiebeauftragten" ab, der allerdings in dieser Funktion während drei Jahren nicht ein einziges Mal irgendwie in Erscheinung getreten ist.

 

Du siehst, die Gefahr ist groß, dass Ötz nicht nur bei der Energieerzeugung, sondern generell beim Thema Nachhaltigkeit den Anschluss verliert. Dabei ist das der Aufhänger für den Tourismus der Zukunft! Statt voranzugehen, sudert man bei uns aber lieber herum und sucht Ausreden, statt anzupacken. Das ist schade, liegt aber, wie gesagt, nicht in unserem Verantwortungsbereich.

 

Trotzdem noch eine Anmerkung zum Thema Photovoltaik: Vor einigen Jahren hat ein Ötzer Unternehmer den Bergbahnen angeboten, die Dachfläche der Talstation zur Stromerzeugung anzumieten. Aber selbst dies war offensichtlich nicht im Sinne unserer "Macher". Über die Gründe kann nur spekuliert werden. "Rentieren" sich jetzt nicht einmal mehr garantierte Mieteinnahmen?

 

Da derartige Vorgänge derzeit aber nur beispielhaft sind, schaut es in der Tat trist aus, da hast du nicht unrecht. Jedenfalls brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn wir von überall her Referenten einladen müssen, die uns dann erzählen, wo jeweils etwas besser funktioniert als bei uns. In Ötz fehlt leider ganz klar die grundlegende Einstellung, einmal selbst bei etwas vorne dabei sein zu wollen. Vermutlich ist dies dem nicht vorhandenem politischen Wettbewerb geschuldet, der ganz offensichtlich träge macht. Lebenswertes Ötz wird trotzdem, oder ganz genau deshalb, seinen Weg unbeirrt weiter gehen. Wer will, schließt sich uns an. Auch du bist herzlich dazu eingeladen!

 

Lebenswertes Ötz, i.V. Bernhard

 

(10.07.2019)


Wo sind wir denn hier eigentlich? In Oetz oder Ötz?

Zwei zeitgleiche Wetteranzeigen, zwei Ergebnisse: Natürlich ist es in "Ötz" schöner als in "Oetz". Ist ja auch die richtige Schreibweise!
Zwei zeitgleiche Wetteranzeigen, zwei Ergebnisse: Natürlich ist es in "Ötz" schöner als in "Oetz". Ist ja auch die richtige Schreibweise!

 

Unser gestriger Artikel, der an die richtige Schreibweise "Ötz" erinnert, hat eine bemerkenswerte Reaktion hervorgerufen. Und zwar hat sich ein Touristiker gemeldet, der davon berichtete, dass seit der widersinnigen Umbenennung im Jahr 2014 nicht nur einer seiner Gäste, sondern gleich mehrere, ihr Urlaubsziel falsch angesteuert hätten und danach entsprechend verärgert waren.

 

Der Grund war, dass die Touristen in ihr Navi "Ötz" eingegeben haben. Erstens, weil diese Schreibweise für sie logisch war, zweitens, weil sie bis vor kurzem auch so üblich war, und drittens, weil ihnen natürlich das "Ötztal" bekannt ist, das so geschrieben auf allen Werbematerialien prangt. Deshalb braucht es eigentlich schon viel Fantasie, um  "Oetz" einzutippen.

 

Die Crux ist jetzt, dass es in Niederösterreich (oder der Steiermark) einen Ort gibt, der "Ötz" heißen. Bestätigt man diesen, hat man, je nach Herkunft, einen anständigen Umweg zu machen, wenn man zu uns gelangen will.

 

Bis 2014 hat es dieses Problem nicht gegeben. Man musste nämlich aussuchen, ob "Ötz/Ötztal/Tirol" oder "Ötz/Mühldorf/Niederösterreich". Somit war die Sache todlsicher. ("Navi geht ja bekanntlich vor Verstand".) Diese Wahlmöglichkeit wird nun nicht mehr angezeigt: Es gibt nur mehr ein "Ötz". Blöderweise das, welches 500 km entfernt liegt.

 

Dasselbe Problem hat sich übrigens auch bei Wetter-Apps aufgetan. Wenn man dort ebenfalls nicht genau hinschaut, wundert man sich, dass die Wetteranzeige so gut wie nie zu den hiesigen Verhältnissen passt (siehe Foto oben).

 

Alleine aus diesen beiden Gründen wäre es besser gewesen, bei der altbewährten Version zu bleiben. Zusätzlich heißt unsere Katastralgemeinde zur weiteren Verwirrung nach wie vor "Ötz" und kann Gott sei Dank nicht umbenannt werden, oder wenn, dann nur mit einem Riesenaufwand. Dies alles wurde 2014 freilich nicht bedacht. (Das Nachdenken hat damals allerdings auch nur eineinhalb Minuten lang gedauert. Maximal!)

 

 

Interessantes zum Abschluss: Wir hier im Ötz(!)tal lassen uns zwar dafür abfeiern, dass wir auf der UNESCO-LIste für das immaterielle Weltkulturerbe stehen, und zwar für den vermeintlich "ältesten" Dialekt (der aus Bayern stammt), den Ortsnamen aber weiterhin so zu schreiben, wie dies in Bayern seit jeher und auch heute noch der Fall ist (7 x laut obiger Liste), das ist uns offensichtlich fremd. "Schilta" lässt einmal mehr grüßen.

 

(best, 09.07.2019)


Die gute Nachricht Nr. 8: Richtig geschrieben!

 

In unserer Gemeinde gibt es immer wieder Lichtblicke, wie auch in diesem Fall. Ein großes Lob gebührt jenem Unbekannten, der auf dieser Tafel die Buchstaben zu einem "Ötz" zusammengesetzt hat. Diese Schreibweise entspricht der Tradition, die bis 2014 amtlich war. Bravo!

 

 

Auch wenn die Schreibweise "Ötz" logisch ist, man schreibt ja auch weder "Parkplaetze" noch "Parkmoeglichkeit" (das würde doch fürchterlich ausschauen, oder?), ist sie wegen der widersinnigen Umbenennung doch in Gefahr. Wir von Lebenswertes Ötz wollen daher an die Tradition erinnern und werden immer wieder positive Beispiele veröffentlichen. Dazu bitten wir um Zusendung von Bildern. Also Augen offen halten! Wo findet sich das gute alte Ötz?

 

Bei dieser Gelegenheit auch gleich ein Dank für die anderen, zahlreichen Zusendungen danke! Wer sich für die Entwicklung und die Hintergründe des Ortsnamens interessiert, der ist hier richtig.

 

(best, 08.07.2019)


Nachhaltig

 

Jack Falkner lungert mehr oder weniger nur herum. Eine Idee hat der Sölder Seilbahner höchst selten. Praktisch nur alle paar Jahre. Deshalb ist es auch schon wieder geraume Zeit her, als er die Lösung für das Ötztaler Verkehrsproblem ersann: Diese sah vor, die Ötztaler- und Pitztaler Gletscher zusammenzuschließen, Bergköpfe abzusprengen und einen naturnahen, zum Schutz der Amphibien asphaltierten, Speicherteich zu bauen. Die zu erwartenden Gästeeinbußen von 15 % entschärfen den verkehrstechnischen Notstand schon einmal ganz wesentlich. Falkner hat auch die neue Mobilitätsstudie ("Wenn man die Touristen ausklammert, machen eindeutig die Einheimischen den Verkehr!") nicht mitgesponsert. Ob wiederum aus Bequemlichkeit, oder einfach, um Objektivität in die Sache zu bringen, konnte nicht eruiert werden.

 

Wenn jetzt noch, wie von einem anderen Sölder Unternehmer, dem führenden FPÖ-Kopf im Bezirk (Johann "Giovanni" Grüner), angeregt, der Restverkehr einfach über das Pitztal umgeleitet wird, hat sich das Problem erübrigt!

 

Und das Pitztal hat auch was davon. Ist eh so wenig los auf dessen breiten, und im Gegensatz zum Ötztal durchwegs geradeaus führenden Straßen. Entwicklungshilfe der besonderen Art! Mindestens zwei Fliegen mit einer Klappe! Denn plötzlich macht auch die "Landesmillion" Sinn: Mit diesem Geld können im Pitztal endlich die Hecken, Zäune und sonstigen Barrikaden neben den Straßen entfernt werden. Sonst meinen die neuen Gäste zum Schluss noch, sie seien nicht richtig willkommen. Man hätte gar etwas gegen sie ...

 

Sodann brauchen wir im Ötztal ganz einfach nur in Jack & Giovannis Stoßrichtung weiterzuarbeiten. Da lässt sich noch einiges anstellen. Braucht´s nur weitere gute Ideen. Und dann sieht´s auf unseren Straßen sicher bald wieder einmal genau so aus wie in den 1950ern. Folglich müssen die Oldtimer-Fahrer auch nicht mehr extra die Ötzer Hauptstraße beleben, wenn die einmal sinnloserweise für den Verkehr gesperrt wird.

 

Wohl deshalb hat Falkner unlängst in einem Fernsehinterview charmant darauf hingewiesen, dass der Gletscherzusammenschluss nicht nur von der gesamten Bevölkerung beider Täler herbeigesehnt wird, ja geradezu -gebettelt, sondern dass dieser auch nachhaltig ist. Sollte es bisher jemand noch nicht gewusst haben.

 

Was das Ganze jetzt mit Ötz oder dem Beirat Zukunft zu tun hat? Nun, auch dort hat man sich dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben. Leider haben im Vorderötztal aber nicht alle geschnallt, was unter diesem Begriff zu verstehen ist. Damit ist es in Ötz wie es in Sölden nicht ist: Zwei reden vom Gleichen, aber noch lange nicht vom Selben.  Gottseidank gibt es in diesem Ort aber Menschen in entscheidenden Positionen mit wirklich gesegnetem Hausverstand. Sie sind in der Lage, Anregungen (kursiv) innerhalb von wenigen Momenten zielsicher einzuschätzen und mit handfesten und logisch durchdachten Argumenten (fett) zu entkräften. Weil das soll man ja mit Anregungen tun. Nicht dankbar annhemen, darüber in aller Ruhe nachdenken, sondern sich dagegen wehren. Ausschnitte aus der jüngsten Sitzung des Beirates Zukunft:

 

 

[Wer es bisher noch nicht gemerkt hat, bis hierher hat es sich um Satire gehandelt. Was jetzt folgt, ist Realsatire pur]

 

 

"Eine Naturparkerweiterung zwischen den intensiv genutzten touristischen Räumen Hochötz-Kühtai im Mitter- und Wörgetal?" - "Na, lieber nit, da könnten zu viele Gäste kommen!" "Für uns ist besonders der Sommertourismus wichtig, dann können wir die Angestellten ganzjährig beschäftigen."

 

"Photovoltaikanlagen auf den Lift-Dächern?" - "Mmmmmh, ist das schon sinnvoll, weil sich das Elektroauto vielleicht doch nicht durchsetzen wird? Und wie erkläre ich dies meiner Tochter?" "Den Speicherteich im Längental brauchen wir aber notwendigst! Der speichert nämlich Photovoltaikstrom und das ist gerade in Zeiten wie diesen, in denen sehr viel Photovoltaikstrom produziert wird, sehr, sehr wichtig!"

 

"Ein begrüntes Parkhaus statt jedes Jahr mehr Landschaftsverbrauch für neue Stellflächen?" - "Dafür haben wir leider kein Geld. Das brauchen wir dringend für wichtigere Vorhaben." "Das Wichtigste ist für uns der Liftzusammenschluss. Der muss kommen." (Dann kommen auch mehr Besucher und damit hat sich das Parkplatzproblem endgültig von alleine gelöst.)

 

"Einen Grundsatzbeschluss im Beirat herbeiführen, in welche Richtung man gehen will!?" - "Aber geh, für einen Grundsatzbeschluss des Beirates ist der Beirat doch wirklich nicht das richtige Gremium."

 

 

Solch schlagkräftigen Argumenten ist nichts, aber auch wirklich gar nichts, hinzuzufügen. Und das ist dann sicher auch irgendwie nachhaltig?

 

 

***

 

"Die Lage des Hotels ist perfekt. Mitten in der Stadt."

(Booking.com-Bewertung eines Sölden-Gastes)

 
[Und die Straßen zu dieser Stadt hin sind jeweils nur kleine, verträumte Wegelen, auf denen praktisch nur ein paar Einheimische unterwegs sind. Einfach nur SPITZE! Kann man mit ruhigem Gewissen weiter empfehlen.]

 

 

(best, 05.07.2019)

 


Beirat Zukunft in Schieflage

 

Den bezeichnendsten Satz tat am 2. Juli im Rahmen der 3. Sitzung des Beirates Zukunft ("Ökoregion?") der Werfenwenger Bürgermeister und TVB-Obmann. Der Gastreferent aus einem Vorzeigeort in Sachen Umweltfreundlichkeit analysierte im Anschluss an das Treffen das Gesehene und Gehörte folgendermaßen: "Es ist schon interessant. Bei uns waren es die Touristiker, die für einen progressiven Gesinnungswandel verantwortlich waren. Hier bei euch scheint genau das Gegenteil der Fall zu sein." Und damit ist eigentlich bereits vieles gesagt.

 

Unseren heimischen Projektwerbern ging es diesmal nämlich mehr oder weniger nur um den lifttechnischen Zusammenschluss der beiden Schigebiete Hochötz und Kühtai. Dies wurde entweder offensiv oder unterschwellig kommuniziert. Der Rest schien mehr oder weniger nur der Behübschung zu dienen und interessierte nicht wirklich.

 

Fazit: Der Beirat Zukunft befindet sich in einer ersten, aber durchaus ernsten Schieflage. Es liegt daher nun wohl an den Touristikern, zeitnah zu demonstrieren, dass die Überschrift, die sich der Beirat Zukunft gegeben hat ("Umweltverträglich- und Nachhaltigkeit einer gesamten Region"), nicht nur ein Lippenbekenntnis war, sondern auch wirklich mit Inhalten befüllt werden soll. Andernfalls erscheint jeder weitere Dialog schon deshalb sinnlos, weil die unterschiedlichen Auffassungen schlicht und ergreifend nicht unter einen Hut gebracht werden können. Das gibt es. Das ist nichts Neues. Das hat es auch schon andernorts gegeben. Deshalb ist es dann aber auch nur besser und ehrlicher, diesen Beirat vorzeitig zu beenden und unter dem Begriff "Themenverfehlung" zu subsumieren.

 

(best, 03.07.2019)